Stephan Thome: Fliehkräfte

Stephan Thome - Fliehkräfte (c)

»Die Melancholie der gemeinsamen Ortlosigkeit«

Im August hatte ich das Vergnügen, den Grenzgang im hessischen Biedenkopf, der Heimat von Stephan Thome, mitzuerleben – jenes Volksfest also, das dem Debütroman des Schriftstellers seinen Titel gab. Nun ist Thomes zweites Buch, Fliehkräfte, im Suhrkamp Verlag erschienen und steht wie der Vorgänger auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Am kommenden Montag wird der Sieger bekannt gegeben; vor drei Jahren hat es zum Preis nicht gereicht, diesmal gilt Thome als Favorit. Und es verwundert nicht, perfektioniert Thome doch in Fliehkräfte das, was schon Grenzgang auszeichnete. »Die Dialoge des ersten Buches wurden häufig gelobt«, sagte der Autor, nicht ohne ein Augenzwinkern, kürzlich auf der Shortlist-Lesung im Frankfurter Literaturhaus, »und voilà – im zweiten gibt es noch mehr Dialoge.«

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Stephan Thome: Grenzgang

Stephan Thome - Grenzgang (c)

»Gerade an Grenzgang wusste niemand, wo die Grenze eigentlich verlief«

In ein paar Wochen erscheint Stephan Thomes zweiter Roman Fliehkräfte bei Suhrkamp, und wer weiß, vielleicht reicht es diesmal für den Deutschen Buchpreis – was, wie ich glaube, nicht unwahrscheinlich ist, denn es handelt sich (so viel vorab) schlichtweg um große Literatur. Mit Grenzgang hat es Thome 2009 immerhin auf die Shortlist geschafft, außerdem erhielt er den aspekte-Literaturpreis für das beste deutschsprachige Prosadebüt, ganz zu schweigen von dem beachtlichen Erfolg bei Kritik und Leserschaft. Zu Recht, schließlich ist dieser Provinzroman über zwei Menschen, deren Lebensentwürfe sich mit einem Mal als hinfällig erweisen, klug konstruiert und sprachlich ungemein präzise, tiefgründig und auf subtile Weise witzig.

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