Ungläubiges Staunen. Ein Abend mit Navid Kermani

»In Zeiten wie diesen«, heißt es im Programmheft des Mannheimer Literaturfests lesen.hören, »entwickelt man ein feines Gehör für falsche Töne. Es wächst die Sehnsucht nach den Mutigen, die persönlich zu werden wagen, und nach aufrichtigen Erzählungen und echten Erfahrungen.« Ebendiese Persönlichkeiten und ebendiese Literatur in die Alte Feuerwache Mannheim zu holen, das ist das Anliegen der Festivalmacher. Und so ist es nur folgerichtig, dass dies diesjährige Ausgabe vom Schriftsteller und Essayisten Navid Kermani eröffnet wird, der jüngst den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhielt.

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Die wunderbare Welt der Kontaktanzeigen mit Roger Willemsen und Katrin Bauerfeind

»Ich lache nicht im Keller. Demnächst mit dir.«

Im Netz gibt es ganze Sammlungen von Fotos, deren eigentliche Funktion es ist, das Objekt in Frage anzupreisen, Bilder aus Immobilienannoncen etwa oder in Kochportalen, die jedoch derart missglückt sind, dass sie eine unfreiwillige Komik bergen und ihr Ziel gänzlich verfehlen. Freiwillig, meistens aber doch unfreiwillig komisch ist auch so manche Kontaktanzeige: auch sie eine Form des Anpreisens, nur um ein Vielfaches heikler, weil sie allein mit Worten auskommen muss, weil das angepriesene Objekt man selbst ist und weil in ihr etwas so Großes verhandelt wird wie die Liebe. Roger Willemsen hat sich ihrer angenommen, hat jahrelang an noch so abwegigen Orten recherchiert und dabei allerlei Erstaunliches, Skurriles und auch Befremdliches zutage gefördert. Das Bühnenprogramm »Die wunderbare Welt der Kontaktanzeigen« feierte gestern im Rahmen des Mannheimer Literaturfests lesen.hören Premiere.

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Sie und Er. Ein Polgar-Abend mit Senta Berger

»Vielleicht ist es Liebe. Vielleicht ist es Schwäche.«

Fast genau ein Jahr ist es her, dass ich an dieser Stelle saß, in der Alten Feuerwache Mannheim, erste Reihe links, und dass Roger Willemsen seinem Kollegen und Freund Dieter Hildebrandt gedachte, der im Winter zuvor verstorben war. Es war der furiose Auftakt zum Literaturfest lesen.hören, das ich zehn Abende lang begleitete. Nun geht das Festival in die neunte Runde, Schirmherr und Programmleiter Willemsen steht erneut auf der Bühne – aber nur, um ein paar einleitende Worte zu sprechen, gewohnt leidenschaftlich die Veranstaltungen der kommenden Tage zu preisen und schließlich das Wort dem eigentlichen Star des Abends zu überlassen: Senta Berger.

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Literaturfest »lesen.hören« in Mannheim: ein Gespräch mit Roger Willemsen

Roger Willemsen© Mathias Bothor

»Die Literatur ist so reich.
Es wäre fatal, sie auf die Lieblinge des Feuilletons zu beschränken.«

Roger Willemsen war und ist vieles: Buchautor, Herausgeber und Übersetzer, Essayist und Kolumnist, Fernsehmoderator, Regisseur und Darsteller, Honorarprofessor für Literaturwissenschaft an der Humboldt-Universität in Berlin, Schirmherr des Bonner Literaturhauses sowie des Afghanischen Frauenvereins. – Und er ist Kurator des Literaturfests »lesen.hören« in der Alten Feuerwache Mannheim, das nun zum neunten Mal stattfindet und das ich wie schon im vergangenen Jahr als Bloggerin begleite. Zur Einstimmung habe ich mich mit Roger Willemsen über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Festivals unterhalten.

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»Man denkt, alle Welt schaut auf dieses Haus. Und dann findet man so viel Unbeobachtetes.«

Samstagabend, wieder einmal ist der Saal der Alten Feuerwache bis auf den letzten Platz gefüllt. Einmal mehr zeigt sich, wie sehr die Mannheimer Roger Willemsen schätzen: nicht nur, weil er sich als Schirmherr und Programmleiter des Literaturfests lesen.hören um diese Stadt verdient macht, sondern auch und vor allem, weil sie ihn – so darf man annehmen – für seine scharfsinnigen Reportagen und Essays schätzen. Sein neuestes Buch Das Hohe Haus ist soeben im S. Fischer Verlag erschienen: Es ist ein Bericht aus dem Inneren des Deutschen Bundestages – nicht aus den Augen eines Journalisten, sondern aus denen eines leidenschaftlichen Bürgers dieses Landes. Ein Jahr lang, vom 31. Dezember 2012 bis zum 31. Dezember 2013, saß er auf der Tribüne des Berliner Reichstages, hörte zu, beobachtete, arbeitete sich durch 50.000 Seiten Parlamentsprotokoll. »Man denkt, alle Welt schaut auf dieses Haus. Und dann findet man so viel Unbeobachtetes«, so wird Willemsen im Klappentext zitiert.

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»Och, das tat gar nicht weh«: Ein Gespräch mit den Machern von lesen.hören

Die achte Ausgabe des Literaturfests lesen.hören in der Alten Feuerwache Mannheim neigt sich dem Ende zu, noch drei Veranstaltungen wird es geben: Heute Abend ist Liao Yiwu zu Gast, morgen findet die Premiere von Roger Willemsens neuem Buch Das Hohe Haus statt, und am Sonntagvormittag kommen vier leidenschaftliche Leser zu einem abschließenden Gespräch zusammen. Zeit, hinter die Kulissen zu blicken und mit den Machern von lesen.hören eine Bilanz zu ziehen. Sören Gerhold, Katharina Tremmel und ich sitzen also im Café der Alten Feuerwache und nippen an unseren Heißgetränken, alle drei einigermaßen erschöpft, aber auch glücklich angesichts des über die Maßen gelungenen und gelingenden Festivals, über dessen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ich mir allerhand Spannendes erzählen lasse.

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»Er hat sich um dieses Land verdient gemacht«

Als ich den Saal der Alten Feuerwache, eines der wichtigsten Kulturzentren Mannheims, betrete, bin ich sprachlos: von den Ausmaßen der Halle, von den wuchtigen freistehenden Steinsäulen und den Rohrsystemen an den Wänden, die den Zuschauerraum einrahmen, vor allem aber von der Menschenmenge, die sich am Freitagabend kurz vor acht hier eingefunden hat. Vierhundertfünfzig Leute passen in diesen Saal, erfahre ich später, vermutlich sind es mehr, wenn man diejenigen mitzählt, die hinten und im Seitengang neben den Säulen stehen. Vierhundertfünfzig Leute: Die Veranstaltung ist – wie die meisten anderen in den nächsten Tagen – ausverkauft. Wenn die Alte Feuerwache zum jährlichen Literaturfest lesen.hören einlädt, dann ist der Andrang offenbar immens.

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