Lesungen I/2017

Nur noch wenige Wochen, dann hat die Sommerpause ein Ende und die Literaturstätten dieser Stadt öffnen wieder ihre Pforten. Bevor es jedoch so weit ist, werfe ich noch einmal einen Blick zurück auf die Veranstaltungen, die ich in der ersten Hälfte des Jahres besucht habe. Es war allerhand los in den vergangenen Monaten, nicht nur in Frankfurt, sondern auch im Rest der Republik und über die Landesgrenzen hinaus. Ich war überall, in Leipzig und Hildesheim, in Solothurn und Klagenfurt. Am schönsten ist es aber bekanntlich daheim, zum Beweis sollen folgende Impressionen dienen.

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Olga Grjasnowa: Der Russe ist einer, der Birken liebt

»Ich wollte mich häppchenweise verlieren und nie wieder aufsammeln«

Alles beginnt mit Elias’ Unfall: Beim Fußballspielen zieht er sich einen komplizierten Beinbruch zu, die Operation verläuft zunächst gut, doch kaum ist Elias wieder zu Hause bei seiner Freundin Mascha, verschlechtert sich sein Zustand, die Wunde verheilt nicht, eines Nachts muss er in die Notaufnahme, da ist es bereits zu spät. Dieser langsame Verlust, den Mascha erleidet, bildet den ersten Teil von Olga Grjasnowas Debütroman Der Russe ist einer, der Birken liebt. In den anderen drei Teilen wird der Leser Zeuge davon, wie die Protagonistin den Tod des Freundes nicht verwinden kann, wie er sie aus ihrem Leben herausreißt, gewaltsam und unwiderruflich. Doch in Wahrheit ist Maschas Weg bereits von der ersten Seite an ein Kampf, da ist Elias noch gar nicht fort: ein Kampf mit sich selbst, mit den Menschen, die sie umgeben, mit der Welt. Und auch ich kämpfe, drohe, Mascha zu verlieren, so wie sie ihren Freund verloren hat.

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