#netzrundschau 07/2016

postkarten

# das feuilleton, die blogger und die demokratisierung der literaturkritik

Es ist mal wieder so weit, die Debatte um die Zukunft der Literaturkritik und das Selbstverständnis der Blogger ist in eine neue Runde gegangen. Auslöser war eine Glosse von Marc Reichwein in der Welt über Tobi, den Betreiber der Seite Lesestunden, der sehr viel Mühe und Zeit dafür aufwendet, die Blogsphäre in Statistiken und Grafiken greifbar zu machen, zuletzt anhand ihrer Lesegewohnheiten. Es folgte ein Aufschrei quer durch die Szene, samt passendem Hashtag: #ThePowerofBlogs, ins Leben gerufen von Pinkfisch Sarah; auch beim novelero und im buchrevier gab es indirekte Repliken auf Reichweins Artikel.

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#netzrundschau 06/2016

#tddl16

Klagenfurt allerorten! Gefühlt meine komplette Timelime befindet sich derzeit am Wörthersee bei den 40. Tagen der deutschsprachigen Literatur, nur ich nicht. Ich gucke nicht einmal aus der Ferne zu und gelesen habe ich bislang auch noch nichts, mit Ausnahme natürlich von Twitter, was ja sowieso immer viel unterhaltsamer ist als die Beiträge selbst. Dabei können sich die Autoren, die beim diesjährigen Wettlesen um den Ingeborg-Bachmann-Preis antreten, wirklich sehen lassen – auf meiner Leseliste stehen bereits die Debüts von Isabelle Lehn, Sascha Macht und Jan Snela, die allesamt 2016 erschienen sind bzw. noch erscheinen. Eine intensivere Auseinandersetzung mit den TDDL findet zum Beispiel im Magazin tell statt, wo Samuel Hamen anhand der Videoporträts der Autoren launige Prognosen über ihre Performances und die anschließenden Jurydiskussionen wagt.

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#netzrundschau 05/2016

# blogger relations

Literaturblogger sind enthusiastische und umtriebige Menschen, deshalb ist auch in diesem Monat wieder allerhand passiert. So haben eine Handvoll von ihnen den Suhrkamp Verlag besucht und einen umfassenden Einblick ins Büchermachen erhalten – schöne Nachlesen gibt es bei Buzzaldrins Bücher, Muromez, lustauflesen.de, glasperlenspiel13 und Kaffeehaussitzer. Was die Verlage an Bloggern schätzen und wie sie die Arbeit mit ihnen gestalten, das erklären im buchreport die Verantwortlichen von Kiepenheuer & Witsch, DuMont, Bastei Lübbe und Egmont, die kommenden Samstag zur LitBlog Convention in Köln einladen. »Das sind im positiven Sinn Literaturverrückte«, sagt etwa Ulrike Meier von KiWi. »Sie stehen auch untereinander in regem Austausch, und ich bin beeindruckt, wie kenntnisreich, intelligent und ausführlich sie über unsere literarischen Titel und Autoren berichten und diskutieren.«

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#netzrundschau 04/2016

notizheft

# kritik der kritik

Während im März die Debatte um den Zustand der Literaturkritik – und die Rolle der Blogs – insbesondere durch die Leipziger Buchmesse noch einmal befeuert wurde, war es in diesem Monat vergleichsweise still. Im frisch gegründeten Magazin tell führt Sieglinde Geisel ihre aufschlussreiche Reihe »Satz für Satz« fort, in der sie unter Zuhilfenahme diverser Sekundär- und anhand zahlreicher Primärtexte seziert, wie Literatur und demnach auch Kritik funktionieren. Gerrit vom Blog Zeilensprünge hat Marcel Reich-Ranickis Essay Über Literaturkritik gelesen und begreift ihn − im Hinblick auf das Selbstverständnis der Blogger – vor allem als Aufforderung, Haltung zu zeigen: »Denn wo sich das Feuilleton schon immer als wichtiger Akteur im Literaturdiskurs verstanden hat, muss sich eine klare Haltung in den neu entstandenen Literaturplattformen erst noch finden.« Und Jan Drees rekapituliert einen Diskurs zur Lyrikkritik, der offenbar ebenfalls seit März im Gange ist.

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#netzrundschau 03/2016

büchergilde magazin

# feuilleton vs. blogs?

Die Debatte um die Bedeutung von Blogs für die Literaturkritik ist nicht totzukriegen, und das ist auch gut so, denn wir Blogger können sie wieder und wieder zum Anlass nehmen, unser eigenes Tun zu hinterfragen, uns weiterzuentwickeln und so unseren Platz zu finden. Dass Blogs inzwischen eine ernst zu nehmende Instanz sind, dringt zu immer mehr Lesern durch – auch dank der traditionellen Medien, die sich verstärkt des Phänomens annehmen. Um die Leipziger Buchmesse herum gab es gleich mehrere Berichte: im Freitag (ein ABC von Journalist und Blogger Jan Drees), in der Frankfurter Rundschau, im Focus sowie im Magazin der Büchergilde. Die Artikel bieten in der Regel einen Überblick über die Szene, einigermaßen ausgewogen, manchmal durchaus auch kritisch, in keinem Fall aber so pauschalisierend und hämisch wie noch einen Monat zuvor in der Zeit.

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#netzrundschau 02/2016

Während ich hauptsächlich damit beschäftigt war, in Mannheim Menschen beim Lesen zuzuhören, haben meine BloggerkollegInnen in diesem Monat allerhand Schönes fabriziert. Zum Beispiel haben sie – hört, hört – über Bücher und Autoren geschrieben, und zwar in vielerlei Form. So hat Tobias vom buchrevier den Leserbrief für sich entdeckt und unter anderem Benjamin von Stuckrad-Barre und Ronja von Rönne an seinen Gedanken teilhaben lassen. Jan Drees (Lesen mit Links) stellt unter dem Titel »VIER x« je vier Bücher zu einem Thema vor, zuletzt zu Mexiko und zum Tod. Kaffeehaussitzer Uwe ist einen Tag lang mit Daniel Woodrell durch Berliner Cafés gestreift. Und Jochen von lustauflesen.de hat in seiner Reihe »merk=würdig« über den Sinn und Unsinn von literarischen Kanons nachgedacht.

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#netzrundschau 09/2015

# bloggerfuerfluechtlinge

Die Spendenaktion »Blogger für Flüchtlinge«, ins Leben gerufen vor gut einem Monat von Paul Huizing, Karla Paul, Nico Lumma und Stevan Paul, zieht immer größere Kreise. Demnächst soll die 150.000-Euro-Grenze geknackt werden, und dafür haben sich die Initiatoren etwas Neues überlegt: einen bundesweiten virtuellen Flohmarkt, der an diesem Samstag, dem Tag der Deutschen Einheit, stattfinden soll. Macht mit, seid kreativ und erzählt anderen davon.

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