Vom Scheitern

Vor zwei Jahren las ich ALFF, das Debüt des 1988 geborenen Jakob Nolte, und war auf der Stelle Fan. Was für ein kühnes, schrulliges, wahnsinnig komisches und wahnsinnig trauriges Werk! Endlich konnte man ohne jegliche Übertreibung sagen: Da traut sich mal jemand was, so etwas hat man in der jungen deutschsprachigen Literatur lange nicht mehr gelesen. Ich habe meinen Hut vor Jakob Nolte gezogen – und tue es noch immer, obgleich ich an seinem zweiten Roman, Schreckliche Gewalten, gescheitert bin. Jawohl, ich bin gescheitert, nicht der Autor.

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10 beste Indiebooks

Unter dem Hashtag #wereadindie wollen wir, das Team vom gleichnamigen Gemeinschaftsblog, Leserinnen und Leser dazu anregen, von ihren liebsten Büchern aus unabhängigen Verlagen zu erzählen. Freilich braucht es dazu keinen Anlass, es lohnt immer, über besondere Literatur zu reden, andere mit der eigenen Begeisterung anzustecken und sich wiederum anstecken zu lassen – wir Indie-Bloggerinnen und -Blogger tun das seit dreieinhalb Jahren unablässig. Und dennoch gibt es nun einen aktuellen Anlass: Im Frühjahr dieses Jahres hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass die jährlichen Ausschüttungen der VG Wort zu Unrecht auch an die Verlage gingen, sie seien lediglich Verwerter, keine Urheber; jetzt wurden die Rückzahlungsaufforderungen verschickt (mehr dazu hier). Kleinverlage trifft dies besonders hart, einigen droht gar die Insolvenz.

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Jakob Nolte: ALFF

Nolte - ALFF (c)

»In Beetaville? Hier sollte niemandes Platz sein.«

Dieses Buch ist für Nerds. Für solche, die den abseitigen Dingen zugeneigt sind, weil das Gewöhnliche und Naheliegende sie bisweilen langweilt. Jakob Nolte, Autor von Comics, Prosa und Theaterstücken, ist so einer. Beim Lesefest Open Books während der Frankfurter Buchmesse hat er seinen Roman ALFF vorgestellt, gemeinsam mit Juan S. Guse, dessen Debüt Lärm und Wälder dieses Jahr bei S. Fischer erschienen ist. Die beiden Autoren sind jung – der eine 1988, der andere 1989 geboren – und wirken noch jünger, sie sind ein bisschen eigen, vor allem aber sind sie umtriebig und belesen und haben einen wachen Verstand, das merkt man sofort, sie teilen denselben Humor und denselben Sinn für kuriose Geschichten. Die Clemens J. Setzes der nächsten Generation vielleicht.

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