#netzrundschau 07/2016

postkarten

# das feuilleton, die blogger und die demokratisierung der literaturkritik

Es ist mal wieder so weit, die Debatte um die Zukunft der Literaturkritik und das Selbstverständnis der Blogger ist in eine neue Runde gegangen. Auslöser war eine Glosse von Marc Reichwein in der Welt über Tobi, den Betreiber der Seite Lesestunden, der sehr viel Mühe und Zeit dafür aufwendet, die Blogsphäre in Statistiken und Grafiken greifbar zu machen, zuletzt anhand ihrer Lesegewohnheiten. Es folgte ein Aufschrei quer durch die Szene, samt passendem Hashtag: #ThePowerofBlogs, ins Leben gerufen von Pinkfisch Sarah; auch beim novelero und im buchrevier gab es indirekte Repliken auf Reichweins Artikel.

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#netzrundschau 04/2016

notizheft

# kritik der kritik

Während im März die Debatte um den Zustand der Literaturkritik – und die Rolle der Blogs – insbesondere durch die Leipziger Buchmesse noch einmal befeuert wurde, war es in diesem Monat vergleichsweise still. Im frisch gegründeten Magazin tell führt Sieglinde Geisel ihre aufschlussreiche Reihe »Satz für Satz« fort, in der sie unter Zuhilfenahme diverser Sekundär- und anhand zahlreicher Primärtexte seziert, wie Literatur und demnach auch Kritik funktionieren. Gerrit vom Blog Zeilensprünge hat Marcel Reich-Ranickis Essay Über Literaturkritik gelesen und begreift ihn − im Hinblick auf das Selbstverständnis der Blogger – vor allem als Aufforderung, Haltung zu zeigen: »Denn wo sich das Feuilleton schon immer als wichtiger Akteur im Literaturdiskurs verstanden hat, muss sich eine klare Haltung in den neu entstandenen Literaturplattformen erst noch finden.« Und Jan Drees rekapituliert einen Diskurs zur Lyrikkritik, der offenbar ebenfalls seit März im Gange ist.

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#netzrundschau 03/2016

büchergilde magazin

# feuilleton vs. blogs?

Die Debatte um die Bedeutung von Blogs für die Literaturkritik ist nicht totzukriegen, und das ist auch gut so, denn wir Blogger können sie wieder und wieder zum Anlass nehmen, unser eigenes Tun zu hinterfragen, uns weiterzuentwickeln und so unseren Platz zu finden. Dass Blogs inzwischen eine ernst zu nehmende Instanz sind, dringt zu immer mehr Lesern durch – auch dank der traditionellen Medien, die sich verstärkt des Phänomens annehmen. Um die Leipziger Buchmesse herum gab es gleich mehrere Berichte: im Freitag (ein ABC von Journalist und Blogger Jan Drees), in der Frankfurter Rundschau, im Focus sowie im Magazin der Büchergilde. Die Artikel bieten in der Regel einen Überblick über die Szene, einigermaßen ausgewogen, manchmal durchaus auch kritisch, in keinem Fall aber so pauschalisierend und hämisch wie noch einen Monat zuvor in der Zeit.

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#netzrundschau 02/2016

Während ich hauptsächlich damit beschäftigt war, in Mannheim Menschen beim Lesen zuzuhören, haben meine BloggerkollegInnen in diesem Monat allerhand Schönes fabriziert. Zum Beispiel haben sie – hört, hört – über Bücher und Autoren geschrieben, und zwar in vielerlei Form. So hat Tobias vom buchrevier den Leserbrief für sich entdeckt und unter anderem Benjamin von Stuckrad-Barre und Ronja von Rönne an seinen Gedanken teilhaben lassen. Jan Drees (Lesen mit Links) stellt unter dem Titel »VIER x« je vier Bücher zu einem Thema vor, zuletzt zu Mexiko und zum Tod. Kaffeehaussitzer Uwe ist einen Tag lang mit Daniel Woodrell durch Berliner Cafés gestreift. Und Jochen von lustauflesen.de hat in seiner Reihe »merk=würdig« über den Sinn und Unsinn von literarischen Kanons nachgedacht.

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#netzrundschau 01/2016

# willkommen!

Meine letzte #netzrundschau ist schon etwas länger her, der monatliche Platz dafür kam stattdessen einer anderen Sache zu, dem von mir mitherausgegebenen E-Book Willkommen! Blogger schreiben für Flüchtlinge, das Anfang Dezember bei mikrotext erschienen ist und sich großer Resonanz erfreute. Eine Art Ritterschlag war eine Besprechung in der Printausgabe der FAZ, wo Elke Heinemann die Anthologie gemeinsam mit Simon Hadlers Analyse Die Angst vor dem »Ansturm« (Hanser Box) als »E-Books zur großen Krise der Zeit« empfahl. Zudem durfte ich dem Journal Frankfurt von dem Projekt erzählen, und das Portal Bookster Frankfurt nahm es zum Anlass, mich zu porträtieren – als erste Literaturbloggerin in der Reihe.

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#netzrundschau 10/2015

# blogger und die literaturkritik

Kurzzeitig war es ruhig in der Debatte um den Zustand der Literaturkritik und die Rolle der Blogger darin, nun lebt sie abermals auf. Auslöser dürfte unter anderem die Frankfurter Buchmesse gewesen sein, wo den Bloggern wie auch schon in Leipzig viel Aufmerksamkeit zukam, insbesondere in dem von den Netzwerkern Christiane Frohmann und Leander Wattig ins Leben gerufenen Orbanism Space.

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#netzrundschau 05/2015

Vor knapp drei Wochen erschien im Börsenblatt ein Meinungsbeitrag von mir über das Selbstverständnis von Literaturbloggern und löste eine kleine Debatte aus – oder besser: Er befeuerte eine Debatte, die schon seit geraumer Zeit geführt wird, die aber augenscheinlich nach wie vor aktuell ist, möglicherweise mehr denn je. Interessant ist dabei jedoch gar nicht so sehr die Frage, ob und welche Literaturblogs eine Daseinsberechtigung haben, auch wenn manch einer noch immer der Ansicht ist, Blogs tragen zum Niedergang der kulturellen Standards bei. Viel wichtiger ist doch, in welche Richtung sich die Literaturkritik entwickelt in Zeiten, da Aufmerksamkeit ein zunehmend rares Gut ist und die traditionellen Medien unter dem Druck immer knapperer finanzieller Mittel ächzen, worunter vor allem die kulturelle Berichterstattung leidet. Inwieweit Blogs in diesem Szenario eine Chance sein können, ob sie gar das Zeug zum Leitmedium haben, darüber lohnt es sich auch weiterhin nachzudenken.

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