Acht Betrachtungen II

Gorschlüter & Hückstädt - Acht Betrachtungen (c)

8 Autoren, 8 Kunstwerke

Frankfurt ist reich an erstklassigen Literaturorten und literarischen Happenings, es gibt Tage, da weiß ich vor lauter Auswahl gar nicht, wohin, und bleib stattdessen daheim auf dem Sofa, auch das quasi ein Ort der Literatur. Meistens gehe ich aber doch raus und gucke mir all die schönen Sachen an, die hier passieren: Eine der schönsten ist die Reihe »Acht Betrachtungen«, eine Kooperation des hiesigen Literaturhauses und des Museums für Moderne Kunst, die 2013 Premiere feierte und dieses Jahr in die zweite Runde gegangen ist. Acht Autoren schreiben über je ein Kunstwerk: Die Texte werden bei vier Doppellesungen im Museum und einer Abschlussveranstaltung im Literaturhaus präsentiert, eine liebevoll gestaltete Anthologie gibt’s obendrauf.

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Karen Köhler liest aus »Wir haben Raketen geangelt«

»Wir könnten Helden sein. Nur für einen Tag.«

Wer meinem Blog folgt, der weiß, dass ich voreingenommen bin, was die gestrige Lesung im Rahmen des Mannheimer Festivals lesen.hören angeht. Dass Karen Köhlers Erzählband Wir haben Raketen geangelt in meinen Augen zu den besten und schönsten Büchern gehört, die im vergangenen Jahr erschienen sind, habe ich an der einen oder anderen Stelle bereits erwähnt. »Die Storysammlung ist ein Gesamtkunstwerk«, schrieb ich unter anderem. »Köhler hat alles richtig gemacht – bis auf eine Sache: Sie hätte schon viel früher debütieren sollen, denn kühne und außergewöhnliche Texte wie diese braucht die deutschsprachige Gegenwartsliteratur.«

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Karen Köhler: Wir haben Raketen geangelt

Köhler - Wir haben Raketen geangelt (c)

»Ich suche meine Koordinaten«

»Holy shit. Die Worstcase-Turbine in meinem Kopf läuft: […] Was, wenn ich die Startnummer 1 ziehe und als Erste lesen muss? Wer leiht mir seine Elefantenhaut? […] Oder was, wenn ich mich ständig verhasple? Wie überlebt man das? Soll man sich die Jury nackt vorstellen? Überhaupt: Was ziehe ich an? Kann man die Socken auch sehen?« Was ihr kurz vor ihrer Abreise nach Klagenfurt durch den Kopf ging, darüber schrieb Karen Köhler am 1. Juli, zwei Tage vor Beginn des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbes, zu dem sie von Hubert Winkels eingeladen worden war. Von einem Migräneanfall war da die Rede, von Lippenherpes, von anderen Dingen, die vor oder während der Lesung passieren könnten. Was als charmantes Gedankenkarussell gedacht war, wurde tags darauf zur Wirklichkeit, das Worst-Worst-Case-Szenario trat ein: Karen Köhler erkrankte an Windpocken und durfte nicht reisen, der Wettbewerb war damit für sie gelaufen.

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