Vom Scheitern

Vor zwei Jahren las ich ALFF, das Debüt des 1988 geborenen Jakob Nolte, und war auf der Stelle Fan. Was für ein kühnes, schrulliges, wahnsinnig komisches und wahnsinnig trauriges Werk! Endlich konnte man ohne jegliche Übertreibung sagen: Da traut sich mal jemand was, so etwas hat man in der jungen deutschsprachigen Literatur lange nicht mehr gelesen. Ich habe meinen Hut vor Jakob Nolte gezogen – und tue es noch immer, obgleich ich an seinem zweiten Roman, Schreckliche Gewalten, gescheitert bin. Jawohl, ich bin gescheitert, nicht der Autor.

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Jakob Nolte: ALFF

Nolte - ALFF (c)

»In Beetaville? Hier sollte niemandes Platz sein.«

Dieses Buch ist für Nerds. Für solche, die den abseitigen Dingen zugeneigt sind, weil das Gewöhnliche und Naheliegende sie bisweilen langweilt. Jakob Nolte, Autor von Comics, Prosa und Theaterstücken, ist so einer. Beim Lesefest Open Books während der Frankfurter Buchmesse hat er seinen Roman ALFF vorgestellt, gemeinsam mit Juan S. Guse, dessen Debüt Lärm und Wälder dieses Jahr bei S. Fischer erschienen ist. Die beiden Autoren sind jung – der eine 1988, der andere 1989 geboren – und wirken noch jünger, sie sind ein bisschen eigen, vor allem aber sind sie umtriebig und belesen und haben einen wachen Verstand, das merkt man sofort, sie teilen denselben Humor und denselben Sinn für kuriose Geschichten. Die Clemens J. Setzes der nächsten Generation vielleicht.

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