Cynan Jones: Graben

Jones - Graben (c)

»So als wüssten sie, dass er gleich von etwas entsetzlich Großem niedergewalzt würde«

»Niederwalzen«: Will man über die Art von Literatur reden, die der Münchner Verlag Liebeskind macht, dann ist dieses Wort zweifelsohne angemessen. Gewiss, das Programm ist vielseitig, es finden dort auch das zauberhaft-surreale Werk der Japanerin Yoko Ogawa Platz oder humorvolle Titel wie Mordecai Richlers Wie Barney es sieht und aktuell Das Liebesleben des Nathaniel P. von Adelle Waldman. Und doch: Der Schwerpunkt liegt woanders, beim literarischen Noir nämlich, der zwar erst 2005, fünf Jahre nach der Verlagsgründung, einen Platz im Programm bekam, seither aber so stark wie keines der anderen Segmente in der Wahrnehmung von Presse und Publikum verhaftet ist. David Peace erscheint hier, James Sallis, Pete Dexter, Donald Ray Pollock, Daniel Woodrell – allesamt hochkarätige Vertreter einer Literatur, die rau ist und düster, die dorthin geht, wo es wehtut, von einer maroden Welt erzählt und in marode Seelen eindringt. In diesem Frühjahr ist ein neuer Name hinzugekommen: Cynan Jones. Und niederwalzen, das kann auch er.

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