Thomas Melle: Die Welt im Rücken

»Er war der Rowdy, dann die Leiche. Und jetzt ist der Bipolare der Entfremdete schlechthin.«

Thomas Melle weiß, wie er den bibliophilen Leser einfängt. Sein viertes Buch Die Welt im Rücken, eine Auseinandersetzung mit seiner manisch-depressiven Erkrankung, beginnt mit den Worten, er müsse von einem Verlust berichten: dem Verlust seiner Bibliothek. Er hat sie in den vergangenen Jahren verscherbelt, verschenkt, weggeworfen. Jeder, der selbst Bücher besitzt, sie nicht nur liest, sondern hortet, archiviert und pflegt, der kann Melles Schmerz nachempfinden. Es sind ja nicht bloß Bücher, Objekte; sie sind der Spiegel eines ganzen Lebens, für manche gar identitätsstiftend. Auf den letzten Seiten des Berichts kehrt Melle zu seiner Bibliothek zurück, erzählt, wie sie allmählich wieder wächst und wie er Hoffnung schöpft, eines Tages erneut ein geordnetes Leben führen zu können: »Die Welt im Rücken, werde ich nicht aufgeben.«

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