10 beste Indiebooks

Unter dem Hashtag #wereadindie wollen wir, das Team vom gleichnamigen Gemeinschaftsblog, Leserinnen und Leser dazu anregen, von ihren liebsten Büchern aus unabhängigen Verlagen zu erzählen. Freilich braucht es dazu keinen Anlass, es lohnt immer, über besondere Literatur zu reden, andere mit der eigenen Begeisterung anzustecken und sich wiederum anstecken zu lassen – wir Indie-Bloggerinnen und -Blogger tun das seit dreieinhalb Jahren unablässig. Und dennoch gibt es nun einen aktuellen Anlass: Im Frühjahr dieses Jahres hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass die jährlichen Ausschüttungen der VG Wort zu Unrecht auch an die Verlage gingen, sie seien lediglich Verwerter, keine Urheber; jetzt wurden die Rückzahlungsaufforderungen verschickt (mehr dazu hier). Kleinverlage trifft dies besonders hart, einigen droht gar die Insolvenz.

„10 beste Indiebooks“ weiterlesen

Georges Perec: Ein Mann der schläft

Georges Perec - Ein Mann der schläft (c)

»Warum solltest du so tun, als lebtest du?«

Nach W oder Die Kindheitserinnerung hat der Zürcher Verlag diaphanes mit Ein Mann der schläft nun einen weiteren Text des 1982 verstorbenen Schriftstellers Georges Perec neuaufgelegt. Bewusst schreibe ich »Text«, nicht »Roman«, denn bei beiden Werken fällt eine Gattungszuordnung schwer. Gerade einmal 110 Seiten umfasst Ein Mann der schläft; von einer auserzählten Geschichte kann keine Rede sein, vielmehr von einer Skizze, von Fragmenten, Momentaufnahmen. Demnach gibt es auch keine stringente Handlung, keine Chronologie; zwar suggeriert die Einteilung in Kapitel eine Ordnung der Geschehnisse, in Wirklichkeit geschieht jedoch außerordentlich wenig in dieser Geschichte. Und genau das ist auch der Gegenstand des Erzählten: Stillstand, Lähmung, eine Flucht in die Apathie und in die Einsamkeit.

„Georges Perec: Ein Mann der schläft“ weiterlesen

Georges Perec: W oder die Kindheitserinnerung

Georges Perec - W (c)

W oder Die Kindheitserinnerung: Schon der Titel – der Buchstabe »W«, im Französischen »double v«, sowie die beiden durch die Konjunktion »oder« verbundenen Komponenten – verweist auf die Zweiteilung des Textes. Das Buch vereint zwei Geschichten, die sich in sehr kurzen Kapiteln abwechseln und scheinbar keinen Bezug zueinander haben. Auf der einen Seite die ‚autobiographische’ Erzählung des Autors Georges Perec, der von sich behauptet, keine Erinnerung an seine Kindheit zu haben, und der diese verlorene Kindheit anhand von Fotografien, Dokumenten und den wenigen Erinnerungen, die ihm geblieben sind oder die nun während des Schreibens zurückkehren, zu rekonstruieren versucht. Auf der anderen – ‚fiktiven’ – Seite die Reise des Erzählers Gaspard Winckler nach Feuerland, wo er auf der Insel W eine Gesellschaft entdeckt, die sich ganz und gar dem Sport verschrieben hat. Wenn bisher die Wörter ‚Autobiographie’ und ‚Fiktion’ in Anführungszeichen standen, dann liegt dies daran, dass es sich lediglich um eine grobe Unterscheidung handelt, die bei näherer Betrachtung nicht standhält.

„Georges Perec: W oder die Kindheitserinnerung“ weiterlesen