Daniel Woodrell: Tomatenrot

Daniel Woodrell - Tomatenrot (Liebeskind Verlag)

»Ich war am Rand der Welt geboren, klar, aber in die Grube war ich selbst gesprungen.«

Die Ozark Mountains kenne ich gut, ich war schon ein paarmal da. Eine raue, nicht gerade gastfreundliche Gegend, die sich über weite Teile des südlichen Missouri und des nördlichen Arkansas erstreckt. Wahrscheinlich gibt es auch reizende Ecken, aber ich halte mich für gewöhnlich dort auf, wo es ungemütlich ist. Wo es wehtut. Und obwohl mit etlichen Blessuren zu rechnen ist, kehre ich immer wieder zurück. Schuld daran ist Daniel Woodrell, der selbst aus dem Gebiet stammt und die meisten seiner Bücher ebendort ansiedelt. Tomatenrot ist eines davon, und dem Liebeskind Verlag ist es zu verdanken, dass dieser Roman aus dem Jahre 1998, einst bei Rowohlt erschienen, zuletzt aber nur noch antiquarisch erhältlich, hierzulande nicht in Vergessenheit gerät.

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Daniel Woodrell: Der Tod von Sweet Mister

Daniel Woodrell - Der Tod von Sweet Mister (Liebeskind Verlag)

»Ich wünschte, ich könnte sagen, dass nichts von alledem passiert ist«

Kürzlich ist Daniel Woodrells neuer Roman erschienen, In Almas Augen heißt er und steht derzeit auf Platz 3 der viel beachteten KrimiZEIT-Bestenliste, die, sofern man anspruchsvolle Krimis schätzt, immer einen Blick wert ist. Bevor ich mich allerdings Woodrells aktuellem Werk widme, hole ich einen älteren Roman hervor: Der Tod von Sweet Mister, erschienen vor zwei Jahren im Liebeskind Verlag, gut ein Jahrzehnt später als das Original. Es hat wohl den Schub von Winter’s Bone gebraucht, dessen gleichnamige Verfilmung 2011 in die Kinos kam (parallel zum Erscheinen der deutschen Übersetzung Winters Knochen) und dem amerikanischen Schriftsteller endlich auch bei uns zu Ruhm verhalf, obgleich da bereits eine Handvoll Titel von ihm auf Deutsch erschienen waren, etwa die Bayou-Trilogie. Jede Menge Stoff, den es nachzuholen gilt – denn eines steht fest: Von Woodrell werde ich mir kein einziges Buch entgehen lassen.

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Daniel Woodrell: Winters Knochen

Daniel Woodrell - Winters Knochen (c)

»Sie aßen alles, was es gab, und weinten um alles, was es hätte geben können«

Zugegeben: Winters Knochen von Daniel Woodrell ist mein erstes Buch aus dem Münchner Indie-Verlag Liebeskind. Aber gleichzeitig weiß ich: Es wird nicht mein letztes sein, im Gegenteil. Ich habe mir vorgenommen, mich in den nächsten Monaten auf eine regelrechte Entdeckungsreise durch das Liebeskind-Programm zu begeben, das dank seiner ansprechenden Gestaltung und seinem Fokus auf Gegenwartsromanen sowie literarischen Krimis schon seit längerer Zeit meine Aufmerksamkeit hat. Dass ich diese Reise nun ausgerechnet mit Woodrell beginne, ist Zufall: Eines Tages lag er plötzlich in meiner Hand und begleitete mich auf einer Zugfahrt, von der ich hoffte, sie würde erst enden, wenn ich das Buch zu Ende gelesen hatte.

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