Leipziger Buchmesse 2017

Die Buchmessen in Frankfurt und Leipzig sind Pflichtprogramm für mich. Nun mag sich manch einer wundern, dass er mich nie bei den Bloggerevents sichtet: Richtig, dort trifft man mich bedauerlicherweise selten an, stattdessen schlüpfe ich in meine Rolle als Literaturagentin und eile durch die Hallen, rede auf Lektoren ein, begleite Autoren. Bis tief in die Nacht schufte ich, smalltalke und netzwerke auf Lesungen, Empfängen, Feten – ein Knochenjob. Zu top secret und obendrein öde, um hier davon zu erzählen. Erwähnt werden sollen an dieser Stelle lediglich das charmante Speed-Dating der Elisabeth Ruge Agentur u.a. mit Julia Wolf, Hendrik Otremba und Alina Herbing sowie der schöne Pendragon-Krimiabend mit Willi Achten und Gudrun Lerchbaum. Außerdem sollen die Jungen Verlage am Freitag eine famose Party im Westwerk veranstaltet haben, doch ich erinnere mich an nichts.

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Indiebookday 2017

Für manch einen gibt es im Jahr kein schöneres Fest als Weihnachten, andere freuen sich über die vielen langen Wochenenden im Mai und Juni. Für Freunde der besonderen Literatur ist der einzig wahre Feiertag der Indiebookday. Der Hamburger mairisch Verlag hat ihn 2013 initiiert, um die unabhängigen Verlage und ihre fantastischen Programme ins Bewusstsein der Leser zu bringen; ein paar Mitstreiterinnen und ich ließen uns von der Idee anstecken, riefen kurz darauf den Gemeinschaftsblog We read Indie ins Leben und berichten seither über Bücher abseits des Mainstreams. Einmal im Jahr, immer an einem Samstag im März, tun es uns Tausende von Lesern gleich und zeigen in den sozialen Netzwerken ihre neuesten und liebsten Indiebooks her.

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Fatma Aydemir: Ellbogen

»Überall nur Ellbogen von denen, die stärker sind als wir.«

Wütende junge Menschen, die angeödet sind von ihrem vorgefertigten Leben und gewaltsam dagegen aufbegehren: In den letzten Monaten habe ich gleich mehrere Romane über sie gelesen, allesamt Debüts. Stephan Reichs Wenn’s brennt war das, Johannes Ehrmanns Großer Bruder Zorn und Philipp Winklers Hool. Es geht einiges zu Bruch in diesen Geschichten, und Figuren wie Leser kommen am Ende reichlich lädiert aus ihnen heraus. Jetzt legt die taz-Redakteurin Fatma Aydemir mit ihrem Debüt Ellbogen ein weiteres Buch vor, das von Haltlosigkeit, Verzweiflung und rauschhafter Gewalt erzählt, diesmal jedoch aus weiblicher Perspektive.

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Literarische Neuerscheinungen im Frühjahr 2017

Kaum habe ich auf das alte Jahr zurückblickt, richtet sich meine Aufmerksamkeit auch schon auf das, was mir das neue bringt: sehr, sehr schöne Projekte im Job, eine bereits gebuchte Reise in die Ferne – und natürlich etliche Bücher. Das Frühjahrsprogramm steht an und hält einige aufregende Titel bereit, die ersten davon erscheinen bereits Ende des Monats. Mit dabei sind neue Werke von Jakob NolteCynan Jones, Jens Eisel und Roman Ehrlich, aber auch einige neue Stimmen. Dass mich auch in dieser Saison wieder das Düstere, Abseitige und Schräge anzieht, lassen allein schon die Buchcover und -titel erahnen. Lesenswert in diesem Zusammenhang: Sophie Weigands Plädoyer für abgründige Literatur, die sie als Chance begreift, als Bereicherung. In diesem Sinne hoffe ich, dass für jeden etwas dabei ist, und freue mich auf eure Entdeckungen und Empfehlungen.

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Jonathan Safran Foer: Hier bin ich

»Ich bin unterlebensgroß«

Wenn ich über den amerikanischen Schriftsteller Jonathan Safran Foer rede, dann kann ich das nur in Superlativen. Sein 2002 veröffentlichtes Debüt Alles ist erleuchtet zählt für mich zu den kühnsten, aufwühlendsten und schönsten Büchern überhaupt, Extrem laut und unglaublich nah drei Jahre später ist zumindest nah dran. Nun ist, nach dem Essay Tiere essen (2009) und dem Formexperiment Tree of Codes (2010), Foers dritter Roman erschienen, Hier bin ich. Er ist etwas schwächer als die beiden Vorgänger, aber immer noch um Längen besser als das allermeiste, was ich sonst lese. Klar, manchmal nervt dieser Autor, nerven seine Figuren mit ihrer Klugheit, ihrem Talent, ihrer Chuzpe, ja all ihrer Musterschülerhaftigkeit. Und trotzdem gehen mir auch nach Hier bin ich die Superlative nicht aus.

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Die Besten und Schönsten 2016

Nun ist es dahin, dieses Jahr, und während man sonst immer etwas wehmütig zurückblickt, dürfte es diesmal ein allgemeines Aufatmen geben, so sehr hat uns 2016 zugesetzt. Hinsichtlich der weltpolitischen Lage war es, darin sind wir uns alle einig, kein gutes Jahr. Aber was mich angeht, war es das auch im Kleinen nicht: Es war kein gutes Lesejahr. Ich habe vergleichsweise wenig gelesen und noch weniger besprochen, einiges hat mir gefallen, aber das allerwenigste hat mich wirklich begeistert. Tatsächlich waren ein paar der schönsten Lektüren des Jahres beruflicher Art, aber über die darf ich noch nichts sagen (mit Ausnahme von Willi Achtens fulminantem Roman Nichts bleibt, der im Frühjahr bei Pendragon erscheint). Ein Glück, dass die Ausbeute in Sachen Film und Musik deutlich üppiger ausfiel. Hier also meine jeweiligen Top Fives in alphabetischer Reihenfolge.

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Lesungen II/2016

Wenn das Jahr sich dem Ende zuneigt, sind Rückblicke naheliegend. Auch ich blicke zurück – allerdings nicht auf meine literarischen, musikalischen und filmischen Highlights 2016 (das folgt noch), sondern auf die Lesungen, die ich in den vergangenen Monaten besucht habe. Für gewöhnlich teile ich meine Eindrücke auf Facebook, eine Zusammenfassung gibt es in unregelmäßigen Abständen hier im Blog: Den Anfang machten vier Veranstaltungen im Frühjahr, nun folgen sechs hinreißende Herbst-Happenings. Und da am Jahresende nicht nur Rückblicke, sondern auch Vorschauen verlockend sind, kann ich an dieser Stelle schon verraten, dass ich mich 2017 unter anderem auf Lesungen mit Katharina Winkler, Isabelle Lehn, Shida Bazyar, Roman Ehrlich, Zsuzsa Bánk und Paul Auster freue.

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