Lesungen I/2016

Wer mir auf Facebook folgt, weiß, dass ich eine emsige Besucherin von Lesungen bin, hier im Blog berichte ich allerdings nur selten darüber. Nun soll es ja aber immer noch Menschen geben, die nicht in den sozialen Netzwerken verkehren, von vielen meiner literarischen Erlebnisse und Erleuchtungen sind sie somit ausgeschlossen. Dies darf nicht sein und deshalb werde ich ab sofort ausgewählte Happenings gesammelt in Wort und Bild rekapitulieren. Den Anfang machen vier Veranstaltungen, die im März und April an zwei meiner Lieblingsstätten Frankfurts stattfanden, dem Hessischen Literaturforum im Mousonturm und dem Literaturhaus.

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Scharfe Stellen und die Bücher meines Lebens

Vorüber ist sie, die zehnte Ausgabe des immer wieder schönen und vielseitigen Literaturfests lesen.hören in der Alten Feuerwache Mannheim. Am Sonntagvormittag habe ich die Tür des Turmzimmers, das ich nun das dritte Jahr in Folge bewohnte, hinter mir geschlossen, ein letztes Mal die Mannheimer Quadrate durchquert und den Zug nach Frankfurt genommen. Zehn Veranstaltungen liegen hinter mir, sechzehn beinhaltete das Programm insgesamt. Den Abschluss bildeten Freitagnacht eine höchst vergnügliche Lesung, in der es schmutzig zuging, und am Samstagabend eine weitere Ausgabe des Formats »Die Bücher meines Lebens«, in dem ganz unterschiedliche Menschen ins Schwärmen geraten.

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Zwei Gipfeltreffen

Zweimal zwei Schriftsteller holte das Literaturfest lesen.hören am vergangenen Donnerstag und Freitag nach Mannheim und gewährte damit einen Einblick in vier Titel des aktuellen Frühjahrsprogramms: zum einen Marion Brasch und Michael Köhlmeier, zum anderen Thomas Glavinic und Peter Stamm. Dass es sich um vier Menschen mit wachem Verstand und Esprit handelte und die jeweiligen Gesprächspartner noch dazu einander gut kannten, machte es zu wunderbar lebendigen und erfrischenden Veranstaltungen.

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Eine Ohrfeige, Idiotie und Unrecht

Ein Roman, der derzeit in aller Munde ist. Eine Essaysammlung, die im vergangenen Jahr einige Preise gewann. Und ein Klassiker der deutschen Literatur, der an Aktualität nicht eingebüßt hat. An drei Abenden führte das Mannheimer Fest lesen.hören an drei verschiedene Orte – im geografischen wie im übertragenen Sinne: Einmal ging es in die hiesige Universität, ein anderes Mal in einen exklusiven Business Club auf dem Hafengelände, und selbst die Halle der Alten Feuerwache, Hauptaustragungsort des Festivals, sah anders aus als sonst. Darüber hinaus nahmen die drei Veranstaltungen das Publikum aber auch in ganz unterschiedliche literarische Welten mit, öffneten ganz unterschiedliche Denkräume.

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Engagierte Literatur und Hate Poetry

Das Festival lesen.hören in der Alten Feuerwache Mannheim zeichnet sich vor allem durch eines aus: seine Vielfalt. Vielfalt der Themen und Texte, die hier im Fokus stehen, der Veranstaltungsformate, in denen diese präsentiert werden, sowie der Gäste und folglich der Zugänge. Am vergangenen Montag ging es um die Debütantin Angela Steidele, übermorgen wird mit Abbas Khider ein Autor die Bühne betreten, der mit seinen Büchern bereits seit einigen Jahren Aufmerksamkeit erregt. Es wird außerdem ein Gespräch über den Islam geben und eine literarische Orgie, eine intermediale Inszenierung von Kleists Kohlhaas und einen Abend mit Grönemeyer. Wie unterschiedlich Literatur begriffen und vermittelt werden kann, das zeigten auch zwei Veranstaltungen der letzten Tage: engagiert die eine, humorvoll die andere.

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Ungläubiges Staunen. Ein Abend mit Navid Kermani

»In Zeiten wie diesen«, heißt es im Programmheft des Mannheimer Literaturfests lesen.hören, »entwickelt man ein feines Gehör für falsche Töne. Es wächst die Sehnsucht nach den Mutigen, die persönlich zu werden wagen, und nach aufrichtigen Erzählungen und echten Erfahrungen.« Ebendiese Persönlichkeiten und ebendiese Literatur in die Alte Feuerwache Mannheim zu holen, das ist das Anliegen der Festivalmacher. Und so ist es nur folgerichtig, dass dies diesjährige Ausgabe vom Schriftsteller und Essayisten Navid Kermani eröffnet wird, der jüngst den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhielt.

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Frankfurter Lyriktage / 2

Vorüber ist es, dieses eindrucksvolle Festival! Elf Tage, dreiundzwanzig Veranstaltungen an beinahe ebenso vielen Spielstätten in und um Frankfurt, rund achtzig Mitwirkende, darunter Schriftsteller, Wissenschaftler und Musiker: Das waren die Frankfurter Lyriktage, die dieses Jahr zum vierten Mal stattfanden und so viele Besucher anzogen wie in keiner der vorangegangenen Ausgaben – knapp 2.500 sind es laut den Organisatoren gewesen. Ist die neue Aufmerksamkeit, die die Lyrik erfährt, auf Jan Wagners Auszeichnung mit dem Preis der Leipziger Buchmesse zurückzuführen, fragte die Festivalleiterin Sonja Vandenrath am Abschlussabend, oder ist – umgekehrt – die Auszeichnung ein Symptom ebendieser neuen Aufmerksamkeit? Dass Letzteres der Fall ist, darüber war man sich fast durchweg einig in den vergangenen Tagen: Jahrelang habe man darauf hingearbeitet, habe neue Plattformen für die Lyrik geschaffen, der Preis gelte somit nicht nur Wagner selbst, sondern der gesamten Szene. Ihre Lebendigkeit einmal mehr sichtbar gemacht zu haben, ist das große Verdienst der Lyriktage.

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