Literarische Neuerscheinungen im Frühjahr 2018

Selten habe ich den Frühling so sehr herbeigesehnt wie jetzt! Nicht etwa wegen der Aussicht auf längere Tage, mildere Temperaturen und – damit einhergehend – fröhlichere Gemüter. Nein, sondern wegen zweier Romane, die in meinem Leben als Leserin und Agentin einen ganz besonderen Platz einnehmen: Im März erscheinen Dunkelgrün fast schwarz von Mareike Fallwickl und Beschreibung einer Krabbenwanderung von Karosh Taha, zwei literarische Debüts, die sich mit ihren unvergesslichen Figuren und ihrer poetischen Kraft in mein Herz geschlichen, ach was, es im Sturm erobert haben und deren Entstehen ich beinahe von Beginn an begleiten durfte. Jetzt erblicken sie endlich das Licht der Welt, mit den schönsten Gewändern, die man sich hätte wünschen können, und es ist eine wahnsinnig aufregende Zeit.

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Die Besten und Schönsten 2017

Was für ein Jahr! Klar, das Weltgeschehen hat uns mal wieder zugesetzt – da steht 2017 seinen Vorgängern in nichts nach. Aber weil wir ständig damit ringen und uns den Kopf zerbrechen über die großen und kleinen Krisen, weil wir an allem teilhaben und uns daran aufreiben, weil wir immerzu Wege suchen, um diese Welt zu einem etwas besseren Ort zu machen, und Tag für Tag müder werden, drücke ich an dieser Stelle mal auf die Pausentaste. Um das große Ganze soll es hier also nicht gehen, nein, die Rede ist von meinem ganz persönlichen Jahr. Das war nämlich trotz allem: super.

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Lesungen II/2017

2017 neigt sich dem Ende zu und damit ein weiteres Jahr voller Veranstaltungen rund um die schöne Literatur. Ich gebe zu, anders als in der ersten Jahreshälfte war ich nach der Sommerpause etwas nachlässig, ließ mich nur bei einer Handvoll Lesungen blicken und hatte noch seltener den Fotoapparat dabei. Während ihr hier also meine kümmerlichen Impressionen zu sehen bekommt, gelobe ich Besserung für 2018 – Veranstaltungen mit Joshua Cohen und Szczepan Twardoch, Sonja Heiss und Juliana Kálnay sind bereits notiert.

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»Immer ist alles schön«

Vier Bücher, vier brüchige Kindheiten

Ich bin versucht zu sagen, es ist Zufall, dass ich zuletzt gleich mehrere Romane gelesen habe, die von der Kindheit handeln und davon, wie sie in uns nachwirkt. Aber vielleicht stimmt das gar nicht, vielleicht ist es kein Zufall, sondern ganz und gar zwingend. Vielleicht ist die Kindheit ein magischer Ort, der uns in seinem Bann hält und immer wieder zurückholt, mehr als jeder andere Ort; mit ihr hat es schließlich begonnen, aus ihr ist alles Weitere entstanden. Wir erinnern uns und erzählen einander davon, wir suchen uns in den Erzählungen der anderen, spiegeln uns darin oder grenzen uns davon ab. Darum greifen wir fortwährend zu diesen Geschichten: um uns unserer eigenen Geschichte zu vergewissern.

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Saša Stanišić: Fallensteller

»Es ist Zeit vergangen, seit du bei uns warst. Jetzt gibt’s wieder was zu erzählen.«

Zuerst begegneten mir diese Geschichten Ende letzten Jahres, als Saša Stanišić sie gemeinsam mit Tilman Rammstedt in Frankfurt vortrug – ein irre komischer Abend. Aber das stimmt nicht ganz, sie sind mir schon viel früher begegnet, 2014 war das. Damals las ich Stanišić’ Roman Vor dem Fest, und auf einmal waren mir lauter schrullige Dörfler aus der Uckermark ans Herz gewachsen. Jetzt sind sie alle wieder da, bekommen im jüngsten Werk des Autors, dem Erzählband Fallensteller, ein Nachleben. Ich hatte ja keine Ahnung, als ich das Buch aufschlug, und da sitze ich nun inmitten alter Freunde und kann mein Glück kaum fassen.

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Vom Scheitern

Vor zwei Jahren las ich ALFF, das Debüt des 1988 geborenen Jakob Nolte, und war auf der Stelle Fan. Was für ein kühnes, schrulliges, wahnsinnig komisches und wahnsinnig trauriges Werk! Endlich konnte man ohne jegliche Übertreibung sagen: Da traut sich mal jemand was, so etwas hat man in der jungen deutschsprachigen Literatur lange nicht mehr gelesen. Ich habe meinen Hut vor Jakob Nolte gezogen – und tue es noch immer, obgleich ich an seinem zweiten Roman, Schreckliche Gewalten, gescheitert bin. Jawohl, ich bin gescheitert, nicht der Autor.

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Lesungen I/2017

Nur noch wenige Wochen, dann hat die Sommerpause ein Ende und die Literaturstätten dieser Stadt öffnen wieder ihre Pforten. Bevor es jedoch so weit ist, werfe ich noch einmal einen Blick zurück auf die Veranstaltungen, die ich in der ersten Hälfte des Jahres besucht habe. Es war allerhand los in den vergangenen Monaten, nicht nur in Frankfurt, sondern auch im Rest der Republik und über die Landesgrenzen hinaus. Ich war überall, in Leipzig und Hildesheim, in Solothurn und Klagenfurt. Am schönsten ist es aber bekanntlich daheim, zum Beweis sollen folgende Impressionen dienen.

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