Literarische Neuerscheinungen im Frühjahr 2018

Selten habe ich den Frühling so sehr herbeigesehnt wie jetzt! Nicht etwa wegen der Aussicht auf längere Tage, mildere Temperaturen und – damit einhergehend – fröhlichere Gemüter. Nein, sondern wegen zweier Romane, die in meinem Leben als Leserin und Agentin einen ganz besonderen Platz einnehmen: Im März erscheinen Dunkelgrün fast schwarz von Mareike Fallwickl und Beschreibung einer Krabbenwanderung von Karosh Taha, zwei literarische Debüts, die sich mit ihren unvergesslichen Figuren und ihrer poetischen Kraft in mein Herz geschlichen, ach was, es im Sturm erobert haben und deren Entstehen ich beinahe von Beginn an begleiten durfte. Jetzt erblicken sie endlich das Licht der Welt, mit den schönsten Gewändern, die man sich hätte wünschen können, und es ist eine wahnsinnig aufregende Zeit.

Aber auch sonst ist die anstehende Saison voller Verheißungen, es sind vor allem die Frauen, die mich mit ihren Geschichten locken, ob deutschsprachig oder international: Nicole Krauss, Marie Gamillscheg, Emily Ruskovich, Simone Hirth, Maria Rosaria Valentini – diese und andere Stimmen will ich entdecken bzw. wiederentdecken. Auffällig sind auch die Wald-, Pflanzen- und Landschaftsmotive, die einen Großteil der Cover zieren und sich sogar in manchem Titel wiederfinden. Vielleicht habe ich ein Faible für Naturbilder, vielleicht bin ich aber auch einfach nur einem neuen Trend aufgesessen. So oder so erfreut sich mein Auge an all dieser äußeren Pracht, und mein Geist hofft, dass es zwischen den Buchdeckeln ebenso berauschend weitergeht. Hier also meine Frühjahrsauslese, wie immer in alphabetischer Reihenfolge.

Bianca Bellová: Am See.
»Bianca Bellová bereichert die tschechische Literatur – eines der bemerkenswertesten Bücher der letzten Jahre.« (MF Dnes) | Aus dem Tschechischen von Mirko Kraetsch. Kein & Aber, 16. Februar 2018, 232 Seiten, 20,00 €.

Mareike Fallwickl: Dunkelgrün fast schwarz.
»Ihr packendes Debüt bringt alle Facetten der Freundschaft zum Leuchten, die Leidenschaft, die Sanftheit – und die Liebe, in ihrer heilsamen, aber auch funkelnd grausamen Pracht.« (Vorschautext) | Frankfurter Verlagsanstalt, 5. März 2018, 480 Seiten, 24,00 €.

Marie Gamillscheg: Alles was glänzt.
»Vielstimmig und untergründig erzählt ihr Debüt von einer kleinen Schicksalsgemeinschaft im Schatten eines großen Bergs und vom Glanz des Untergangs wie des Neubeginns.« (Vorschautext) | Luchterhand, 19. März 2018, 224 Seiten, 18,00 €.

Franziska Hauser: Die Gewitterschwimmerin.
»Eindrücklich, poetisch und kraftvoll erzählt Franziska Hauser die Geschichte ihrer eigenen Familie, eine Geschichte aus politischen und persönlichen Fallstricken.« (Vorschautext) | Eichborn, 23. Februar 2018, 431 Seiten, 22,00 €.

Simone Hirth: Bananama.
»Auf beklemmende Weise geht Simone Hirth den Widersprüchen und Absurditäten unserer Gesellschaft auf den Grund.« (Vorschautext) | Kremayr & Scheriau, 1. Februar 2018, 192 Seiten, 19,90 €.

Nicole Krauss: Waldes Dunkel.
»Mysteriös und verführerisch – ein Buch, vollerRätsel, die sowohl im Literarischen als auch im Existenziellen gründen.« (Harper’s Magazine) | Aus dem Englischen von Grete Osterwald. Rowohlt, 20. Februar 2018, 384 Seiten, 24,00 €.

Lisa Kreißler: Das vergessene Fest.
»Lisa Kreißlers Roman legt einen Zauber über die Welt, von der er erzählt.« (Vorschautext) | Hanser Berlin, 19. Februar 2018, 192 Seiten, 20,00 €.

Jon McGregor: Speicher 13.
»Ein Meisterwerk, einfühlsam und zutiefst menschlich. Die Anmut von Jon McGregors Prosa wird seinem Thema vollauf gerecht.« (The Irish Times) | Aus dem Englischen von Anke Caroline Burger. Liebeskind, 22. Januar 2018, 352 Seiten, 22,00 €.

Sara Nović: Das Echo der Bäume.
»Ein brutaler Roman, jedoch von großer Schönheit.« (The New York Times) | Aus dem Englischen von Judith Schwaab. btb, 12. März 2018, 350 Seiten, 22,00 €.

Emily Ruskovich: Idaho.
»Mich hat schon lange kein Buch mehr so angerührt. Idaho ist pure Magie.« (Daniel Schreiber) | Aus dem Englischen von Stefanie Jacobs. Hanser Berlin, 19. Februar 2018, 384 Seiten, 24,00 €.

Karosh Taha: Beschreibung einer Krabbenwanderung.
»Diese Geschichte will unbedingt erzählt werden. Und Karosh Taha tut das mit großer Intensität.« (Feridun Zaimoglu) | DuMont, 12. März 2018, 250 Seiten, 22,00 €.

Maria Rosaria Valentini: Magnifica.
»Valentinis eindringlich-intensive Sprache lässt ein aus der Zeit gefallenes Dorf und seine Bewohner leuchten.« (Vorschautext) | Aus dem Italienischen von Monika Köpfer. DuMont, 12. März 2018, 300 Seiten, 22,00 €.

Kathrin Weßling: Super, und dir?.
»Man ist sofort mittendrin, mitten in Schmerz und Angst und Verzweiflung, man empfindet alles mit. Was für eine emotionale Wucht.« (Isabel Bogdan) | Ullstein fünf, 6. April 2018, 256 Seiten, 16,00 €.

Hideo Yokoyama: 64.
»Ein gewaltiger Kriminalroman und eine faszinierende Erzählung des modernen Japans.« (The Guardian) | Aus dem Englischen von Sabine Roth und Nikolaus Stingl. Atrium, 9. März 2018, 768 Seiten, 28,00 €.

Die Frühjahrsauslesen der anderen:

» Muromez
» stefan mesch
» Zeichen & Zeiten
» novellieren
» Buzzaldrins Bücher
» Libroscope

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5 Kommentare zu „Literarische Neuerscheinungen im Frühjahr 2018

  1. Schön, dass du hier neben Mareike direkt Karosh Taha erwähnst. Was bin ich seit Tagen neugierig auf dieses Buch! Da ich „Dunkelgrün fast schwarz“ in wenigen Tagen exzessiv verschlungen habe, freue ich mich auf „Beschreibung einer Krabbenwanderung“ nun ganz besonders!
    In die neue Nicole Krauss konnte ich bereits reinlesen. Eine sehr intensive Geschichte. Unglaublich klug erzählt. Liebe Grüße!

    Gefällt mir

    1. Oh, ich bin so gespannt, was du zu Karosh Taha sagst und freue mich auf deine Meinung! Und danke auch für den ersten Eindruck zu Krauss – das klingt ganz hervorragend, wie einst Eine Geschichte der Liebe.

      Frohe Frühjahrslektüren dir und liebe Grüße!

      Gefällt 1 Person

  2. Huhu!

    Besonders auf „Beschreibung einer Krabbenwanderung“ bin ich schon sehr neugierig! Und auf „Speicher 13“, aber das wartet hier schon im englischen Original auf mich.

    Auch unter den restlichen Titeln sind einige interessante, aber ich glaube, am ehesten wird ansonsten „64“ hier einziehen.

    Ich habe deinen Beitrag HIER für meine Kreuzfahrt durchs Meer der Buchblogs verlinkt.

    LG,
    Mikka

    Gefällt 1 Person

    1. Hi Mikka, hab Dank für deinen Besuch und fürs Verlinken! Und dass du dich besonders auf die Krabbenwanderung freust, freut mich wiederum natürlich sehr. Ich sag’s dir, das wird das Jahr der Krabbe! 😉

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