Lesungen II/2017

2017 neigt sich dem Ende zu und damit ein weiteres Jahr voller Veranstaltungen rund um die schöne Literatur. Ich gebe zu, anders als in der ersten Jahreshälfte war ich nach der Sommerpause etwas nachlässig, ließ mich nur bei einer Handvoll Lesungen blicken und hatte noch seltener den Fotoapparat dabei. Während ihr hier also meine kümmerlichen Impressionen zu sehen bekommt, gelobe ich Besserung für 2018 – Veranstaltungen mit Joshua Cohen und Szczepan Twardoch, Sonja Heiss und Juliana Kálnay sind bereits notiert.

Julia Rothenburg & Julia Weber

Das Ende der Sommerpause – die für mich bis in den November hineinreichte – wurde eingeläutet durch eine weitere Ausgabe des Debütantenballs im Hessischen Literaturforum. Die Autorinnen Julia Rothenburg und Julia Weber stellten ihre in diesem Jahr erschienenen Erstlingsromane Koslik ist krank (Frankfurter Verlagsanstalt) resp. Immer ist alles schön (Limmat Verlag) vor, und zwar derart sympathisch, eloquent und erhellend, dass man dem Moderator Malte Kleinjung fast ein bisschen böse war, als er nach knapp anderthalb Stunden den Schlusspunkt setzte. Hört diesen Damen zu, wenn sich euch die Gelegenheit bietet, und vor allem: Lest ihre Romane!

Die Preisträger des open mike 2017

Wie schon in den vergangenen Jahren führte ich mir den Nachwuchswettbewerb open mike gleich zweimal zu Gemüte: Mitte November mischte ich mich als Agentin unter das Berliner Publikum, zweieinhalb Wochen später lauschte ich dann der Lesung der vier Preisträger im flauschigen Lokal des Mousonturms. Mariusz Hoffmann und Ralph Tharayil (beide Prosa), Ronya Othmann (Lyrik) und Baba Lussi (taz-Publikumspreis) trugen noch einmal ihre prämierten Texte vor und stellten sich den schlauen Fragen der Gastgeber Björn Jager und Malte Kleinjung. Kuschelig war’s, vergnüglich ebenfalls und wie immer ein schönes Wiedersehen mit allerlei Frankfurter Literaturbetriebsmenschen.

Nino Haratischwili

Das Lesungsjahr 2017 beschloss ich mit einer der großartigsten Gegenwartsautorinnen überhaupt: Nino Haratischwili. Im Rahmen des Literatursalons »euterpe«, der regelmäßig in der Romanfabrik Bücher aus und über Georgien in den Fokus rückt, stellte Nino ihr Stück Die Barbaren. Monolog für eine Ausländerin vor und sprach mit der Gastgeberin Manana Tandaschwili darüber, wie das Theater auf aktuelles Geschehen reagieren kann, was eine kürzliche Tschetschenien-Reise mit ihrem nächsten Roman zu tun hat und wie es um die georgische Literatur heute steht. Davon können wir uns im Herbst 2018 selbst ein Bild machen, wenn Georgien Ehrengast der Frankfurter Buchmesse ist und Nino Haratischwilis neues Werk in der Frankfurter Verlagsanstalt erscheint. Große Vorfreude!

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