#netzrundschau 05/2016

# blogger relations

Literaturblogger sind enthusiastische und umtriebige Menschen, deshalb ist auch in diesem Monat wieder allerhand passiert. So haben eine Handvoll von ihnen den Suhrkamp Verlag besucht und einen umfassenden Einblick ins Büchermachen erhalten – schöne Nachlesen gibt es bei Buzzaldrins Bücher, Muromez, lustauflesen.de, glasperlenspiel13 und Kaffeehaussitzer. Was die Verlage an Bloggern schätzen und wie sie die Arbeit mit ihnen gestalten, das erklären im buchreport die Verantwortlichen von Kiepenheuer & Witsch, DuMont, Bastei Lübbe und Egmont, die kommenden Samstag zur LitBlog Convention in Köln einladen. »Das sind im positiven Sinn Literaturverrückte«, sagt etwa Ulrike Meier von KiWi. »Sie stehen auch untereinander in regem Austausch, und ich bin beeindruckt, wie kenntnisreich, intelligent und ausführlich sie über unsere literarischen Titel und Autoren berichten und diskutieren.«

# warum ich lese

Wie es überhaupt so weit kommen konnte, darüber schreiben Blogger derzeit unter dem Hashtag #warumichlese. Angestoßen wurde die Aktion von Sandro alias novelero, der sich daran erinnerte, wie seine Großmutter ihn zum Lesen führte, und andere einlud, ebenfalls ihre Geschichten zu erzählen. Dem Aufruf folgten unter anderem Sophie von Literaturen, Kaffeehaussitzer Uwe, Marc von Lesen macht glücklich, Chris von booknerds.de und Jochen von lustauflesen.de. »Für mich ist Lesen niemals Flucht, sondern immer Expedition«, erläutert Letzterer. »Zu einer Expedition […] breche ich mit der festen Absicht auf, neue Erkenntnisse, neues Wissen, neue Eindrücke zu sammeln und, das ist entscheidend, wieder zurückzukehren.« Da die Resonanz so positiv ist, möchte Sandro nun ein Buch daraus machen und sammelt weiterhin Beiträge. Also: Wie seid ihr zum Lesen gekommen und was machen Bücher mit euch?

# loslassen

Bücher häufen sich vor allem auf wundersame Weise an und können ihre Besitzer bisweilen einengen – zu dieser Erkenntnis sind in diesem Monat gleich mehrere Blogger gekommen. »Ich muss dringend aussortieren, weggeben, Raum schaffen«, schreibt Sophie von Literaturen: »Einerseits ganz profan Wohnraum; andererseits aber auch Raum für Gedanken […].« Radikal aufgeräumt hat die Klappentexterin Simone und sich – nach dem Prinzip des Magic Cleaning – von sage und schreibe tausend Büchern getrennt. »Ein neuer Impuls, dem ich nun mehr folgen möchte: Kaufen und lesen. Nicht mehr nur kaufen und ansammeln. Nicht lesen und stehenlassen. Lesen und weitergeben.« Auch Kerstin von Atalantes Historien hat einige ihrer Bücher weitergegeben, ich selbst habe knapp hundert aussortiert und größtenteils an Oxfam gespendet.

# platz für neues

Und prompt kommen die Verlagskataloge für die nächste Saison daher, auf dass man erneut in Versuchung geführt wird. Ilja von Muromez und Constanze von Zeichen und Zeiten haben sich schon mal umgesehen, was uns im Herbst erwartet, meine eigenen Favoriten findet ihr hier. Tobi von lesestunden, bekennender Liebhaber besonderer Bücher, lässt sich derweil von den »Schönsten deutschen Büchern« inspirieren, die die Stiftung Buchkunst Jahr für Jahr auszeichnet. Anlässlich der soeben bekannt gegebenen diesjährigen Gewinner hat er sich mit Katharina Hesse, der Geschäftsführerin der Stiftung, unterhalten: »Ich glaube, ein gedrucktes Buch bleibt einem deutlicher in Erinnerung. Jedes Mal, wenn ich es in die Hand nehme, registriere und speichere ich Optik, Gewicht, Geruch, die Textur des Einbands. Und wenn es diesem Buch gelingt, in mein Buchregal einzuziehen, werde ich wahrscheinlich noch Jahre nach dem Lesen eine Erinnerung an das Buch haben.«

# mein erstes e-book

Die sinnliche Haptik fehlt den E-Books zwar, dafür nehmen sie einem nicht den Wohnraum – von den anderen Vorteilen, die ebenso auf der Hand liegen, ganz zu schweigen. Am 25. und 26. Juni findet in Berlin-Neukölln ein E-Book-Festival, bestehend aus Barcamp und Lesenacht, statt, in dessen Vorfeld die Macher eine Blogparade veranstalten: Welches war euer erstes E-Book? An ihren Erinnerungen lassen uns unter anderem Tania von [ˈiːbʊk] Elektro vs. Print, Simone von Papiergeflüster und die Redakteure von Zebrabutter, darunter Stefan Mesch, teilhaben. Mein erstes E-Book war übrigens mein eigenes, die von mir mitherausgegebene Anthologie Willkommen! Blogger schreiben für Flüchtlinge, die im vergangenen Dezember im Berliner Verlag mikrotext erschienen ist. Seither lese ich zwar vergleichsweise selten, aber doch beständig digital, neben mikrotext sind das bevorzugt die Programme des Frohmann Verlages und der Hanser Box.

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2 Kommentare zu „#netzrundschau 05/2016

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