Literaturblogger wollen keine Kritiker sein

Ein Meinungsartikel für das Börsenblatt

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Obwohl sich gerade ein Wandel in der Wahrnehmung von Literaturblogs vollzieht, kommen Blogger immer wieder in die Verlegenheit, sich und ihr Tun rechtfertigen zu müssen. Das, was sie in ihren Blogs von sich geben, habe nichts mit Literaturkritik zu tun, es fehle ihnen an Wissen und Kompetenz. Diese Vorwürfe beruhen auf einem Missverständnis: Die meisten Blogger wollen nämlich gar keine Literaturkritiker sein, sie wollen das Feuilleton nicht eins zu eins ins Netz holen. Sie wollen über Literatur sprechen – auf ihre Weise. Wollen zur Lektüre anregen, Fragen aufwerfen, in einen Dialog treten. Dabei verfügen sie vielleicht nicht über die Werkzeuge der Literaturkritiker – dafür aber über andere.

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9 Gedanken zu “Literaturblogger wollen keine Kritiker sein

    1. Es gibt solche und solche, die Bandbreite an Blogs ist ungemein groß. Die einen führen ein persönliches Gespräch mit dem Leser, die anderen sehen sich näher am klassischen Feuilletonisten. Beide haben ihre Berechtigung, und keiner ist mehr wert als der andere. Es gibt kein Richtig und Falsch, denn beide erreichen ihr Ziel: den Leser.

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  1. Schöner Artikel. Was du schreibst, würde ich auch sofort unterschreiben 🙂 Blogger sind wirklich nicht mit Feuilleton-Autoren zu vergleichen. Blogs ziehen ihre Stärke genau aus den „Vorteilen“, die du beschreibst: Sie sind persönlicher, näher an den Lesern dran, die Rezensionen geben den Geschmack eines Bloggers wieder und können daher eine enorme Themenvielfalt erreichen. Mich freut es, dass Verlage Blogs langsam auch ernster nehmen. Sie haben die gleiche Daseinsberechtigung wie die professionellen Autoren aus dem gedruckten Feullieton.

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    1. Da sind wir uns einig. Auch wenn einige von uns durchaus den Anspruch haben, ernsthafte Kritik zu üben – dazu zähle ich auch mich selbst -, so öffnen sich uns doch ganz andere Türen als den Feuilletonkritikern. Sonja Hartl, Journalistin und Bloggerin bei zeilenkino.de, regte auf Facebook sogar an, Blogger sollten noch viel weiter gehen und sich noch dezidierter vom Feuilleton abgrenzen, statt einfach dessen Formate und Begriffe ins Netz zu holen. Sprich: nicht mehr nur Rezensionen schreiben, sondern andere Formate ausprobieren, die Möglichkeiten des Digitalen und der Vernetzung mehr nutzen. Das schien mir ein sehr interessanter Gedanke, auch wenn so ein Prozess der Neufindung natürlich immer langwierig ist und zwangsweise von dem ausgeht, was man kennt. Was in diesem Fall eben die klassische Rezension ist.

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  2. Hi Caterina,

    nach Thomas Wörtches Artikel fühlte ich mich fast genötigt, ein Plädoyer für neue Werte in der Literaturkritik zu schreiben. Rausgekommen ist ein Text über meine 5 wichtigsten No-Gos bei Rezensionen und warum es keinen Sinn hat, Blogs mit Feuilletons zu vergleichen. Stattdessen sollte beides voneinander lernen und kooperieren.

    Außerdem brauchen wir mehr Wertschätzung in der Literaturkritik! In diesem Sinne:
    http://leseloop.at/5-no-gos-bei-rezensionen/

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    1. Liebe Judith,
      schön, dass mein Artikel und Wörtches Replik dich inspiriert haben, ebenfalls über dein Selbstverständnis als Bloggerin nachzudenken und deine persönlichen 5 No-gos zu formulieren. Vor allem deinen Satz, Blogger und Literaturkritiker sollten voneinander lernen, finde ich sehr wichtig. Ich hoffe, hier tut sich in der nächsten Zeit noch einiges.

      Vielen Dank für deinen Beitrag und liebe Grüße,
      caterina

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