Literarische Neuerscheinungen im Frühjahr 2015

Während das Wetter sich unschlüssig darüber ist, ob es noch Winter sein soll oder doch schon Frühling, ist in den Verlagen die Entscheidung längst gefallen. Die Herbstbücher wurden mehr oder weniger erfolgreich ans Publikum gebracht, nun stehen die Frühjahrstitel im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit: In Form von Programmvorschauen und Vorabexemplaren treffen sie derzeit bei den geneigten Lesern ein, erste Favoriten zeichnen sich bereits ab. Auch ich habe wie üblich stapelweise analoge und digitale Kataloge durchblättert und die – aus meiner Sicht – vielversprechendsten Kandidaten aus Gegenwarts- und Spannungsliteratur zusammengestellt, darunter Neues von Sibylle Berg, Arno Geiger und Leif Randt. Möge diese kleine Auslese ein Wegweiser für euch sein.

Tomas Bannerhed: Die Raben.
Aus dem Schwedischen von Paul Berf. btb, 2. März 2015, 448 Seiten, 21,99 €.

Sibylle Berg: Der Tag, an dem meine Frau einen Mann fand.
Hanser, 2. Februar 2015, 256 Seiten, 19,90 €.

Valerie Fritsch: Winters Garten.
Suhrkamp, 9. März 2015, 160 Seiten, 16,95 €.

Arno Geiger: Selbstporträt mit Flusspferd.
Hanser, 2. Februar 2015, 288 Seiten, 19,90 €.

Xiaolu Guo: Ich bin China.
Aus dem Englischen von Anne Rademacher. Knaus, 2. März 2015, 432 Seiten, 19,99 €.

I. J. Kay: Nördlich der Mondberge.
Aus dem Englischen von Steffen Jacobs. Kiepenheuer & Witsch, 2. April 2015, 22,99 €.

Doris Knecht: Wald.
Rowohlt Berlin, 6. März 2015, 272 Seiten, 19,95 €.

Rachel Kushner: Flammenwerfer.
Aus dem Englischen von Bettina Abarbanell. Rowohlt, 6. März 2015, 560 Seiten, 22,95 €.

Leif Randt: Planet Magnon.
Kiepenheuer & Witsch, 5. März 2015, 320 Seiten, 19,99 €.

Jochen Rausch: Rache. Storys.
Berlin Verlag, 30. März 2015, 288 Seiten, 19,99 €.

Ulrike Almut Sandig: Buch gegen das Verschwinden.
Schöffling & Co., 3. Februar 2015, 208 Seiten, 18,95 €.

Wu Ming: 54.
Aus dem Italienischen von Klaus-Peter Arnold. Assoziation A, Februar 2015, 540 Seiten, 24,80 €.

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Kevin Barry: Dunkle Stadt Bohane.
Aus dem Englischen von Bernhard Robben. Tropen, 21. Februar 2015, 288 Seiten, 19,95 €.

Sandrone Dazieri: In der Finsternis.
Aus dem Italienischen von Claudia Franz. Piper, 9. März 2015, 560 Seiten, 19,99 €.

Cynan Jones: Graben.
Aus dem Englischen von Peter Torberg. Liebeskind, 26. Januar 2015, 176 Seiten, 16,90 €.

Davide Longo: Der Fall Bramard.
Aus dem Italienischen von Barbara Kleiner. Rowohlt, 24. April 2015, 320, 16,99 €.

Owen Matthews: Moskau Babylon.
Aus dem Englischen von Hans-Ulrich Möhring. Graf, 27. Februar 2015, 352 Seiten, 18,99 €.

Melanie Raabe: Die Falle.
btb, 9. März 2015, 352 Seiten, 19,99 €.

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Die Frühjahrsauslesen anderer Blogger:

» Klappentexterin
» Literaturen
» Muromez
» libroskop

17 Gedanken zu “Literarische Neuerscheinungen im Frühjahr 2015

  1. Schöne Auswahl liebe Caterina, die mich auf viele Titel aufmerksam macht, die wohl ansonsten an mir vorbeigegangen wären. „Buch gegen das Verschwinden“ klingt schon allein aufgrund des Titels großartig …

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    1. Auch ich finde den Titel ganz wunderbar, es ist meiner Meinung nach der schönste des Frühjahrs. Und eigentlich habe ich es ja nicht so mit Kurzgeschichten, aber seit Karen Köhler bin ich eines Besseren belehrt – möge auch Frau Sandig mich positiv überraschen!

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    1. Ich habe Q im Regal stehen (da hieß das Kollektiv noch Luther Blissett), leider noch ungelesen. Dass sie unter Wu Ming weiterschreiben, war mir nicht bekannt, darauf bin ich erst durch Tobias von libroskop aufmerksam geworden. Hast du denn was von ihnen gelesen? Vielleicht sogar 54 (auf Italienisch)?

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  2. Ich bin ja auch ein Schaf: lese seit Jahren fleißig die Kolumne von Sibylle Berg auf SPON, und habe nie gemerkt, dass sie noch mehr schreibt. Finde den Titel ihres neuen Buches super ansprechend, werde ich wohl mal reingucken. 🙂 Danke!

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  3. ich lese gerade flamethrowers von rachel kushner. estaunlicherweise, obwohl es „meine“ themen behandelt (new york, 1970er, politik, kunst) und zumindest im original auch schön geschrieben ist, kann es mich nicht fesseln, ich leg es immer wieder zur seite. dafür freu ich mich darauf, bald my salinger year (erscheint auf deutsch im februar) zu lesen 🙂

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    1. Ich stecke auch gerade mittendrin und komme zugegebenermaßen nur langsam voran. Dabei kann ich nicht einmal benennen, woran es liegt, denn ich finde Figuren und Milieu wahnsinnig spannend, auch sprachlich überzeugt es mich. Vielleicht ist es so ein Stoff, der Zeit, Ruhe und Konzentration fordert – drei Dinge, die ich selten habe. Aber ich bleibe dennoch dran…

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    1. Auf das bin auch ich gespannt, lieber Kai! Ich habe es neulich schon mal angelesen, bin dann aber doch wieder zu meiner aktuellen Lektüre zurückgekehrt. Ich werde aber natürlich berichten, sobald Geiger gelesen ist!

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