Clemens Meyer: Im Stein

Clemens Meyer - Im Stein (c)

»Für kein Geld der Welt fickt’s sich besser als für Geld«

Da spricht Ecki, der Hurenverkoster, der in seiner Internet-Radioshow »Eckis Edelkirsch« (in Anlehnung an den nahezu gleichlautenden Likör) mit allerhand Verve seine Entdeckungen in den Freudenhäusern der Stadt kundtut: Ob AV, KB, NS, FF – ganz gleich, welche Vorlieben seine Zuhörer, die »unermüdlichen Rammler und Sammler«, haben, Ecki macht sie ausfindig, testet sie, empfiehlt sie. Und verteidigt dieses Gewerbe, wenn mal wieder von Menschenhandel und Zwangsprostitution die Rede ist. »Fakten, Ecki. Genau darum geht es. Viel zu wenige unserer Mitbürger wissen um die Fakten. Sie schauen in die Nacht und glauben, den Sumpf zu sehen…« Zumindest für die Räumlichkeiten von Arnold Kraushaar, über weite Teile des Romans nur AK genannt, kann Ecki garantieren, dass »alles legal und koscher« zugeht.

Eckis Stimme ist eine von vielen, die wir im soeben erschienenen Roman Im Stein von Clemens Meyer vernehmen: Einem ganzen Chor an Stimmen hören wir darin zu – Prostituierten, Kunden, Zuhältern, Kommissaren, Clubbesitzern und eben Arnold Kraushaar. Diesem gehören etliche Immobilien in der Stadt, die er an die Frauen vermietet, er regiert das Wohnungsgeschäft, während sein Kollege Hans das Monopol auf die Nachtclubs hat – »Arbeitsteilung« nennt man das, keiner kommt dem anderen in die Quere. Unmittelbar nach der Wende haben sie ihr Business aufgezogen, in dieser Stadt, deren Name kein einziges Mal genannt wird, bei der es sich jedoch zweifellos um Meyers Heimatstadt Leipzig handelt.* Die Nachfrage ist groß, die Zukunft vielversprechend: »Gebumst wird immer. Schon ein Tag nach dem elften September wird weitergebumst.«

»Aufbau Ost«, so hat Kraushaar sein Projekt damals in den Neunzigern bezeichnet, hat BWL studiert und Marx’ Kapital gelesen, sich von niemanden unterkriegen lassen, auch von den Jugoslawen nicht, die ihm in die Beine schossen, als er eines ihrer Mädchen rausholen wollte. Lange hatten er und Hans das Gewerbe fest im Griff, doch nun sind sie in die Jahre gekommen und neue Mächte drängen auf den Markt. Ganz so koscher, wie Radiomoderator Ecki behauptet, ist das, was sich dort abspielt, mit Sicherheit nicht – ist es nie gewesen. Es tauchen Moorleichen auf, die von vergangenen Fehden erzählen; es spricht eine minderjährige Prostituierte zu uns, die, während einer ihrer Freier auf ihr liegt, an Comics denkt; die Geiz-ist-Geil-Mentalität drückt die Preise, Flatrate-Ficken allerorten.

So in etwa ließe sich der Inhalt dieses 560 Seiten starken Romans zusammenfassen – eine stringente Handlung ist dabei jedoch nicht auszumachen. Vielmehr ist Im Stein ein Mosaik an Wirklichkeitsausschnitten, scheinbar willkürlich aneinandergereiht, zwischen den Jahren, Orten und Figuren hin und her springend, auch innerhalb eines Kapitels, innerhalb einer Perspektive, wo es mal »ich«, mal »du«, mal »er« heißt – da schwirrt einem der Kopf. Viele Kapitel kommen wie innere Monologe daher, wie in einem Joyce’schen Bewusstseinsstrom gibt es keine kohärente Erzählung, nur lose Gedanken, Assoziationen, Erinnerungsfragmente. Manches Mal fühlt es sich an wie Döblins Berlin Alexanderplatz, der Leser ist unzähligen Sinneseindrücken ausgesetzt – nur dass er eben nicht in der Hauptstadt, sondern im »Stein« herumirrt, taumelt, stürzt.

Du liegst auf der Straße. Und dabei hast du gedacht, die neunziger Jahre sind vorbei.
Und sie sind ja auch fast vorbei, kurz überlegst du, welches Jahr genau ist, du weißt es, du weißt es doch, bist das ganze Jahr über aufgestanden und schlafen gegangen und hast deine Geschäfte gemacht, und viel Schlaf war nicht…, aber es ist nicht richtig greifbar, du spürst deinen Kopf auf dem Pflaster, als wäre er leckgeschlagen beim Aufprall, regnet es?, du liegst zwischen den Autos und siehst die Räder und Felgen, in einer Alu-Felge direkt vor dir bricht und spiegelt sich das Licht, Straßenlaternen, Scheinwerfer, Nacht, und du versuchst, dein Gesicht zu erkennen, neunzehnhundertneunundneunzig.

Nun ist Clemens Meyer mit diesem Roman der Unterwelt – es ist nicht sein erster, auch in Als wir träumten (2006) und Die Nacht, die Lichter (2008) widmete er sich den Schattenfiguren der Gesellschaft – für den diesjährigen Deutschen Buchpreis nominiert. Und in der Tat ist das, was der Schriftsteller hier macht, streckenweise schlichtweg bemerkenswert: Im Stein zeichnet sich durch seine große Authentizität und Lebendigkeit aus, souverän eignet sich Meyer die verschiedenen Stimmen an und entwirft so ein üppiges Panorama dieses Mikrokosmos. Was allerdings fehlt, ist ein dramaturgisches Gerüst, das die Stimmen zusammenhält, stattdessen gibt es viele lose Fäden, Statisten anstelle von Figuren, wirkungsvolle Schlaglichter, die hier und da auf die Szenerie geworfen werden, ohne eine Geschichte zu ergeben. Viel wird erzählt auf den 560 Seiten – für einen Roman ist es jedoch zu wenig.

* »Stein« scheint eine Art Beiname für Leipzig (oder eines seiner Viertel?) zu sein, tatsächlich erklärt wird der Titel aber nirgends im Buch. Nachtrag: In einem Interview in der Literarischen Welt äußert sich Meyer wie folgt dazu: »Das ist zugegebenermaßen ein etwas kryptischer Titel. Im Stein bedeutet auch natürlich die Stadt, in der das spielt. Die Figuren sind gefangen in diesen Mauern. Es ist auch das romantische Motiv mit drin, das steinerne Herz, der steinerne Gast, der Mann aus Stein. Und es ist archäologisch gemeint: Wir gehen in einem Kapitel in die Schichten der Erde hinein. Wir beobachten die versteinerten Figuren, als wenn wir in einer Million Jahren draufgucken würden.«

Clemens Meyer: Im Stein. S. Fischer, Frankfurt 2013, 560 Seiten.

Deutscher Buchpreis 2013

Bisherige Rezensionen im Rahmen von »5 lesen 20«:

Advertisements

35 Gedanken zu “Clemens Meyer: Im Stein

  1. Bin da auch gerade dran – unter anderem – und so kurz nach der Mitte. Was mir fehlt ist eben jenes nicht vorhandene Gerüst. Die Lektüre ist eine Mühsame, da es keinen zusammenhängenden Handlungstrang gibt. Vielmehr Abschweifen allerorten. Kleinklein hier, Gedankenblitze da. Ob ich’s noch fertig lesen werde? Mal sehen. Es liegt auf dem Nachttisch und zwischenzeitlich sind schon drei andere Bücher an diesem Stein vorbeigezogen.
    An einer Stelle heißt es meiner Meinung nach – einer geht in den Stein – womit das Gefängnis gemeint ist (leider hat Papierbuch keine Volltextsuche 😉 ).

    Gefällt mir

  2. Vielleicht hab ich das ja aber auch nur falsch verstanden. Die gemeinte Stelle ist auf Seite 45, vierter Absatz: „Du kannst einen Kampf nur gewinnen, indem du ihn vermeidest. […] Aber wenn Alex drauf gehört hätte, müsste er nicht in den Stein.“

    Gefällt mir

    1. Ganz ehrlich? Wenn ich’s nicht für das „5 lesen 20“-Projekt gelesen hätte, hätte ich es vielleicht auch abgebrochen. Den Ansatz finde ich toll, aber auf über 500 Seiten funktioniert das einfach nicht, da braucht es meiner Meinung nach mehr. Und so viel kann ich schon mal vorwegnehmen: Mehr kommt da nicht – kein Höhepunkt, deine Auflösung, nicht das große Aha-Erlebnis. Es endet genau genommen sogar sehr sang- und klanglos.

      Hm, ja, „Gefängnis“ könnte es natürlich auch sein, danke dir für diesen Hinweis. Das Wort „Stein“ begegnet einem ja mehrmals, und umso weiter die Geschichte voranschreitet, desto aufmerksamer wird man und desto mehr wartet man auf eine Erklärung. Vielleicht habe ich sie auch überlesen, wer weiß. Auf Seite 500 heißt es zum Beispiel: „Einmal im Stei, immer im Stein, was?“, aber das bezieht sich wohl auf die Baubranche.

      Gefällt mir

  3. Das klingt zugegebenermaßen nach einem etwas mühevollen Leseerlebnis. Wie ich ja kürzlich eröffnete, bin ich auch sehr für das Abseitige und Abgründe zu haben, aber einen 560-seitigen Roman lediglich auf Momentaufnahmen aufzubauen, die mal mehr und mal weniger zu beeindrucken verstehen, stelle ich mir dann doch eher schwierig vor. Zumal mein Interesse am Rotlichtmilieu jetzt nicht, sagen wir mal, überbordend ist …

    Gefällt mir

    1. Das Rotlichtmilieu finde ich eigentlich sehr reizvoll, eben weil es so etwas Abseitiges hat – im Sinne von „abseits / am Rande der Gesellschaft“. Wie Meyer die Stimmen der verschiedenen Involvierten gegeneinandersetzt, ist tatsächlich auch sehr spannend, aber das genügt meiner Meinung nach eben nicht, zumindest nicht über eine so lange Strecke. Dann wird die Lektüre mühsam und vor allem einseitig, und das paradoxerweise trotz der vielen Perspektiven. Schade, es hätte etwas ganz Großes daraus werden können.

      Gefällt mir

  4. In der gestrigen Welt habe ich im Feuilleton ein ausführliches und sehr interessantes Interview mit Clemens Meyer gelesen, in dem er auch die Bedeutung des Titels genauer erklärt – ich lese morgen noch einmal nach und verbleibe mit dem Gefühl, das dies wohl keine flott wegzulesende Lektüre zu sein scheint. Nun ja, mal schauen, wann ich es lesen werde. 🙂

    Gefällt mir

    1. Ach, danke dir für den Verweis auf das Interview – und schon haben wir die Antwort:

      „Das ist zugegebenermaßen ein etwas kryptischer Titel. Im Stein bedeutet auch natürlich die Stadt, in der das spielt. Die Figuren sind gefangen in diesen Mauern. Es ist auch das romantische Motiv mit drin, das steinerne Herz, der steinerne Gast, der Mann aus Stein. Und es ist archäologisch gemeint: Wir gehen in einem Kapitel in die Schichten der Erde hinein. Wir beobachten die versteinerten Figuren, als wenn wir in einer Million Jahren draufgucken würden.“

      Klingt, als wolltest du das Buch trotzdem noch lesen. Ich kann’s dir gerne zuschicken.

      Gefällt mir

  5. Das klingt nach verdammt mühsamer Lektüre wie ich finde. Dabei mag ich dieses Fragmentarische eigentlich, diese Momenteindrücke, wechselnde Stimmen und von mir aus auch eine nicht oder nur kaum vorhandene Handlung, aber in dieser Form oder so wie du es schilderst, spricht mich „Im Stein“ nicht unbedingt an, ja, wirkt geradezu verkopft, in dem was sich der Autor eigentlich vorgenommen hat. Da erinnere ich mich lieber weiter wehmütig an Werke wie Bret Easton Ellis‘ „The Rules of Attraction“, an das ich immer als erstes denken muss, wenn ich von „fragmentarischen“ und/oder „abgründigen“ Geschichten lese 😉

    Gefällt mir

    1. Alles, was du aufzählst, mag auch ich sehr: das Arbeiten mit Fragmenten und Leerstellen, das Erzählen in verschiedenen Perspektiven und auf verschiedenen Zeitebenen und – inhaltlicht – das Abseitige, Abgründige. Aber es muss eben doch zu etwas führen. ODER aber – die große Ausnahme – sprachlich so brillant sein, dass ich über inhaltliche Schwächen hinwegsehen kann. Dies ist bei Meyer leider nicht der Fall: Die Sprache ist in ihrer Schlichtheit und mitunter Direktheit sehr authentisch und absolut angemessen für diese Thematik, doch – für meine Begriffe – eben nicht brillant, sie haut einen nicht um, raubt einem nicht den Atem.
      Danke übrigens für die Empfehlung – habe noch nie einen Bret Easton Ellis gelesen!

      Gefällt mir

      1. Ach, Empfehlungen spreche ich immer wieder gerne aus (wie du mittlerweile bemerkt haben dürftest), von daher kann ich dir, wenn du noch nie was von Ellis gelesen hast (wie kann das sein?!?) auch noch Mark Lindquist ans Herz legen, wenn es um Schreiberlinge des „literarischen Brat Pack“ geht. Ich bin auf alle Fälle froh, mich nicht durch „Im Stein“ kämpfen zu müssen, denn auch die anderen Kommentare sprechen (größtenteils) ja eine deutliche Sprache…

        Gefällt mir

  6. Liebe Caterina,
    ich muss ehrlich gestehen, zu den Büchern und vor allem der Sprache des hochgelobten Clemens Meyer hab ich bisher noch keinen Zugang gefunden. Ich habe nix gegen Lesearbeit, aber seine Bücher haben mich bisher tatsächlich auf eine Art abgestossen, die ich schlecht erklären kann. Vielleicht so: Ich finde in dieser Sprache so eine Art hasserfülltes beleidigt sein, was ich einfach ermüdend finde. Aber vielleicht liege ich ja auch völlig daneben mit meiner Wahrnehmung.
    Jedenfalls bist Du offensichtlich durchs ganze Buch gekommen, da kann ich nur den Hut ziehen! Und Deine Besprechung finde ich grossartig, weil sie die zugegebene Komplexität und die Schwächen des Buches / des Autors sehr gut aufzeigt.
    Danke und liebe Grüsse, Kai

    Gefällt mir

    1. Lieber Kai,
      ich wiederum muss gestehen: Es war mein erster Meyer, ich habe also keine Vergleichsmöglichkeiten. Thematisch hat mich dieses Buch schon sehr gereizt, und auch seine vorangegangenen Bücher tun es – allein die Titel finde ich allesamt höchst suggestiv und spannend. Und auch sprachlich habe ich im Grunde nichts einzuwenden, auch wenn es – wie ich im vorherigen Kommentar geschrieben habe – nicht die Art von Sprache ist, die mich fasziniert und euphorisiert. Dennoch: Die Sprache war es nicht, mit der ich ein Problem hatte, sondern eben eher das narrative Gerüst.
      Interessanterweise sind die Rezensionen in den Feuilletons – wenn nicht gerade hymnisch – so doch zumindest grundsätzlich positiv. Kaum einer der Kritiker scheint sich an der Konstruktion gestört zu haben, höchstens ein paar Längen wurden hier und da bemängelt. Mein Leseeindruck ist eindeutig zwiegespalten: Der Ansatz dieses Romans ist großartig, ebenso wie einige Passagen, ein guter Roman ist jedoch noch lange nicht.
      Freut mich, dass es mir gelungen ist, diese Ambivalenz in meiner Rezension hervorzuheben. Danke dir fürs Lob!

      Herzlich,
      caterina

      Gefällt mir

  7. Liebe Caterina,
    Deine Besprechung lädt nicht gerade zur Lektüre ein – was nicht an Deiner Besprechung liegt, denn die ist ja wohl abgewogen, sondern mehr an dem Roman. Ich konnte bisher auch nichts mit Clemens Meyer anfangen, das scheint sich nun nicht geändert zu haben. Also habe ich sehr großen Repekt vor Deiner Leseleistung und Deinem Durchhaltevermögen :-)!
    Interessant ist aber, dass ich ähnliche Bewertungen, wie Du sie notiert hast, auch zu Thomas Stangls Roman „Regeln des Tanzes“ schreiben könnte. Der Roman lässt mich auch sehr ratlos zurück, wobei es schon eine Handlung gibt und nur drei Protagonisten, aber man bekommt sie alle nicht so richtig zu packen und das Lesen ist sehr anstrengend, ohne Bleistift und Papier geht es gar nicht. Vielleicht sind das hier die neuen, fordernden Roman- und Erzählkonzepte, die gängige Regeln brechen. Atalante hat ja ähnliche Anmerkungen auch zu Poschmanns „Sonnenposition“ geschrieben.
    Und: Denkst Du, Meyer landet auf der Shortlist?
    Viele Grüße, Claudia

    Gefällt mir

    1. Liebe Claudia,
      wie witzig, dass wir alle gerade offenbar ähnliche Erfahrungen machen (mit Ausnahme von Mara vielleicht, die wohl ein gutes Händchen bei der Auswahl ihrer Bücher hatte). Atalantes Rezension zur Sonnenposition habe ich zwar schon gelesen, aber noch nicht kommentiert, da es mir tatsächlich schwerfiel, Worte für diesen Roman zu finden.
      Aber sicherlich ist es kein Zufall, dass gleich mehrere solcher Titel auf der Longlist stehen, möglicherweise gibt es da eine ganz klare Linie / klare Vorlieben in der Jury (nur eine Mutmaßung, noch kenne ich zu wenige Titel). Dass dann aber trotzdem jemand wie der Meyerhoff nominiert ist, ist da fast schon verblüffend – und bestimmt der Buchhändlerin in der Jury zu verdanken ;).

      Liebe Grüße und weiterhin viel Vergnügen bei der Lektüre (von hoffentlich weniger fordernden Werken)!

      Gefällt mir

      1. Liebe Caterina,

        das gute Händchen hatte ich bisher nur bei Steiner und Veremej – beide Romane haben mich begeistert. Die Lektüre von Dagmar Leupolds Roman ähnelt dagegen eher wieder euren Anmerkungen – fragmentarisch, bruchstückhaft, keine Handlung und kein roter Faden, nichts passt zusammen und das Lesen habe ich – trotz der schönen Sprache – als anstregend empfunden.

        Ich möchte „Im Stein“ gerne lesen, aber ich werde so bald nicht dazu kommen und werde wahrscheinlich enthauptet, wenn ich kurz vor unserem Umzug noch weitere Bücher anschleppe. 😉 Aber danke!

        Liebe Grüße
        Mara

        Gefällt mir

      2. Liebe Mara,
        heute habe ich es endlich geschafft, deine Rezensionen zu lesen, und gesehen, dass du dich mit Leopold ähnlich herumgeschlagen hast wie ich mit Meyer. Nun ja, zumindest bleibt dir noch Olaf Kühl, von dem ich mir ja viel erwarte. Viel Glück damit!
        Und falls du irgendwann doch den Meyer willst, sag einfach Bescheid – ich nehme an, dass keine von den anderen ihn möchte, und ich selbst muss ihn auch nicht unbedingt im Regal stehen haben ;).

        Liebe Grüße,
        caterina

        Gefällt mir

  8. Nein, ich lese deine Rezension nicht – sowie andere Feuilleton-Artikel zwar abgespeichert sind, aber erst nach dem Lesen der Lektüre zur Kenntnis genommen werden. „Im Stein“ war DAS Buch, auf das ich mich am meiste freute in diesem Jahr. Eindrücke sollen nicht verfälscht werden.

    Dennoch wollte ich mal meinen Senf dazugeben, schon alleine das Vorhandensein der Rezi motiviert… 🙂

    Gefällt mir

  9. Sehr interessant Deine Rezension, Caterina. Bisher habe ich nur immer viel und ausgiebiges Lob über die Romane von Meyer gehört. Allerdings waren die Urteile nie so ausführlich wie Deines. Da man sowieso nicht alles lesen, verzichte ich zugunsten eines Klassikers. 😉

    Ich glaube, da war Poschmanns Roman, zumindest für mich, doch interessanter, wenn auch fordernd.

    Gefällt mir

    1. Ja, auch die Feuilletonkritiken sind ja recht positiv ausgefallen, wenn auch nicht gerade hymnisch („nicht der ganz große Wurf“, befand Daniela Strigl, fand es alles in allem aber wohl doch recht überzeugend). Ich hingegen würde sagen: Lies ruhig einen Klassiker anstelle von Meyer ;).

      Gefällt mir

  10. Liebe Catarina, ich lese den Roman auch gerade und finde mich total in deiner Einschätzung wieder: Super authentisch, aber ohne dramaturgische Spannung. Deshalb lege ich das Buch zurzeit immer wieder weg, um dann aber in der richtigen Lesestimmung gern wieder dorthin zurückzukehren. Ein echtes Nachtstück, das man herrlich in den nun wieder schneller dunkler werdenden Tagen lesen kann. Toll auch wie du es geschafft hast, die etwas wabernde Handlung so treffend und kurz „in Stein“ zu meißeln und dabei alles Wichtige und die Grundstimmung wiedergibst! Lg, Karo

    Gefällt mir

    1. Liebe Karo,
      schön, die Meinung einer weiteren Bloggerin zu hören – bisher konnte ich meinen Leseeindruck immer nur mit dem der Feuilletonisten vergleichen, und die waren ja doch recht angetan von dem Werk. Ich gebe dir aber recht: Für dieses Buch braucht man die richtige Stimmung, und man sollte sich Zeit dafür nehmen, es wie du in Portionen lesen. Nicht so sehr auf die Handlung setzen, sondern sich auf die Atmosphäre einlassen – dann könnte es eine lohnende Lektüre sein. Leider fühle ich mich durch das Longlist-Projekt ein bisschen unter Druck und habe den Roman ziemlich eilig weggelesen, was sonst nicht meine Art ist. Vielleicht ist das auch der Grund dafür, dass am Ende die Lektüre unbefriedigend war.

      Danke übrigens fürs Kompliment.
      Herzliche Grüße,
      caterina

      Gefällt mir

  11. Danke, liebe Caterina, damit rutscht dieses Buch auf meinem Longlist-Stapel erst mal deutlich nach hinten. Nachdem ich mich gerade durch Kehlmann gequält habe, freue ich mich momentan auf den Glavinic. Aber was danach? Bislang empfinde ich von den von mir gelesenen Longlist-Titeln nur Nellja Veremej als Kandidatin für die Shortlist… Und ich hätte da eigentlich schon auf den Meyer gehofft…
    Lg, Daniela

    Gefällt mir

    1. Tja, und der Meyer hat’s geschafft. Aber offenbar deckt sich mein Leseeindruck ohnehin nicht mit dem der Mehrheit, sowohl das Feuilleton als auch die Jury scheinen ja anderer Meinung zu sein. Vielleicht hast du also mehr Glück mit dem Roman und weißt die Lektüre zu schätzen. Wobei ich sagen muss, dass auch ich mit zunehmendem Abstand dem Roman immer mehr abgewinnen kann, ich kann schon nachvollziehen, was die Kritiker so gut daran finden: das, was ich ja auch gut daran fand. Nur dass mir das nicht reichte. Aber sieh selbst.

      Gefällt mir

  12. Mühsam, anstrengend, gequält – oh je! Und Meyer scheint ja nicht der einzige Kandidat zu sein für den das zutrifft. Da muss die Jury noch einmal ordentlich drüber schlafen. Der Sieger muss sich ja auch verkaufen lassen 😉

    Liebe Grüße von der Bücherliebhaberin Vera

    Gefällt mir

    1. Interessanterweise finde ich den Meyer jetzt, wo die Shortlist bekannt gegeben wurde, noch am verkäuflichsten. Mora, Poschmann, Jirgl, Zeiner – eher schwierig. Nur Bonné traue ich es noch dazu, im Buchhandel zu funktionieren.

      Gefällt mir

    1. Ich bin sehr, sehr begeistert von deiner Rezension, sie führt noch mal viel ausführlicher und fundierter vor Augen, was ich meinte, als ich schrieb: Für einen Roman ist es zu wenig. Danke dir für den Link und auch für den Hinweis auf deinen Blog, den ich noch nicht kannte!

      Gefällt mir

  13. Liebe Caterina,

    ich gehe nicht wirklich damit konform, immer das Kriterium der Authentizität ins Feld zu führen. Authentizität ist meines Erachtens kein Argument, das bei Literatur greift. Ein guter Artikel dazu, der das ganze wunderbar ausführt, ist 2006 von Juli Zeh in der ZEIT erschienen. ( http://www.zeit.de/2006/39/L-Literatur )
    Meine Meinung zum Roman von Clemens Meyer befindet sich auf „literaturundfeuilleton“, bei Interesse: http://wp.me/p1TmJy-zX

    LG
    Nadine

    Gefällt mir

    1. Liebe Nadine,
      deine Besprechung hat mir sehr gut gefallen, fast hatte ich das Gefühl, dass sie den Roman besser getroffen hat und ihm gerechter geworden ist als meine eigene, obwohl ich ja bei der Lektüre zu einem anderen Urteil gekommen bin als du.

      Was die Authentizität betrifft: Damit habe ich mich nicht auf Meyers eigenen Background bezogen, ich meinte damit nicht, dass er seine Erfahrungen sehr schön und überzeugend in den Roman übertragen hat (in der Tat habe ich ja auch ja nicht auf seine Biographie verwiesen). Sondern mit „Authentizität“ meinte ich im Grund lediglich das, was du als „niemals klischeehaft“ bezeichnet hast: Die Figuren habe ich als lebendig, echt, nicht stereotyp empfunden, ich habe ihnen ihre Erzählungen abgenommen, Meyer hat immer den richtigen Ton getroffen und immer glaubhafte Geschichten zu den jeweiligen Stimmen erschaffen. In diesem Sinne „authentisch“. Insofern loben wir – glaube ich – beide dasselbe.

      Viele Grüße,
      caterina

      Gefällt mir

      1. Hey,

        auch wenn ich weiß, was du damit meinst, mit dieser Lebendigkeit, wäre ich trotzdem vorsichtig mit dem Begriff der „Authentizität“ in der Literatur. Auch ohne den Bezug zur Biographie ist der Begriff schwierig. Danke dir für die Rückmeldung und die ausführliche Antwort. Wobei ich glaube, dass man mit einer Meinung, die man in einer Besprechung äußerst, einem Roman nicht mehr oder weniger gerecht werden kann. Vielleicht nur, was die analytischen Mittel und den Umfang betrifft 😉 Aber Meinungen machen es niemandem gerecht.

        Lieben Gruß,
        Nadine

        Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s