Inger-Maria Mahlke: Silberfischchen

Inger Maria Mahlke - Silberfischchen (c)

»Menschen sind manchmal seltsam«

Ungewöhnliche Liebesgeschichten sind mir in den letzten Jahren des Öfteren begegnet, ihr Reiz ist ungleich größer als der von gewöhnlichen Liebesgeschichten. Ich denke da an die Wucht von Daniela Kriens Irgendwann werden wir uns alles erzählen, an die fast schon schmerzhafte Intensität von Nino Haratischwilis Mein sanfter Zwilling, an den Zynismus und die Melancholie von Sibylle Bergs Der Mann schläft. Ob es Liebe ist, wovon der Debütroman der 1977 geborenen Inger-Maria Mahlke, Silberfischchen, erzählt? Wohl kaum – keine Liebe jedenfalls, wie wir sie, laut Sibylle Berg, aus französischen Filmen kennen, »Begierde, nächtelange Diskussionen über Gefühle, […] Geschlechtsverkehr unter regennassen Laternen«. Inger-Maria Mahlke erzählt von einem sonderbaren Arrangement zwischen zwei Einsamen, da ist Abhängigkeit dabei, auch so etwas wie Zärtlichkeit, Körperlichkeit, vor allem aber viel Müdigkeit und Misstrauen. Es könnte also auch um eine Liebesbeziehung gehen.

Hermann Mildt, ein Polizeibeamter im Vorruhestand und Hobbyfotograf, nimmt eines Tages eher widerwillig die Polin Jana Potulski bei sich auf, eine fünfzigjährige Putzfrau, deren Papiere gestohlen wurden, so sagt sie, und die vorübergehend eine Unterkunft braucht. Sie okkupiert seine Wohnzimmercouch und sein so sorgfältig eingerichtetes (in Wahrheit aber schrecklich tristes) Leben, im Gegenzug kümmert sie sich um den Haushalt, und Hermann darf ihre schlaffen Brüste anfassen. Obwohl er ihre Anwesenheit als störend empfindet und Frau Potulski verdächtigt, ihn vergiften zu wollen, ist er empört, als sie ihm schon nach kurzer Zeit wegläuft. Sie kehrt von allein zurück, weil sie keinen anderen Ort zum Bleiben hat – dass es nur für ein paar Tage ist, kann Hermann jedoch nicht akzeptieren, sie soll einfach nur einsehen, »dass sie schlecht war, und tun, was er sagte«, dann würden sie schon miteinander auskommen. Aber natürlich kommen sie nicht miteinander aus, stattdessen geraten sie zunehmend aneinander.

»Menschen sind manchmal seltsam«, befindet Jana an einer Stelle – eine starke Untertreibung. Selten begegnet man in der Literatur einer solch unausstehlichen Hauptfigur wie Hermann Mildt, diesem verbitterten, verwahrlosten, verbohrten Alten, der von sich behauptet, nicht allein zu sein, schließlich »verschickte [er] jedes Jahr eine Fünferpackung Weihnachtsgrüße und erhielt ungefähr die gleiche Anzahl an Karten zurück«. Der seine Ehefrau – »Hausfrau. Nichts Besonderes. Hat keine Kinder gekriegt« – tagelang liegen ließ, nachdem sie beim Wäscheaufhängen im Garten tot umgefallen war, und sie fotografierte, statt den Arzt zu benachrichtigen. Und selten begegnet man einer Geschichte, deren Anziehungskraft in ihrem abstoßenden Wesen liegt. Peter Stamms Sieben Jahre ist ein solches Werk, das Prinzip des Abstoßens und Anziehens funktioniert dort auf zwei Ebenen: innerhalb des Textes, wo der in jeglicher Hinsicht erfolgreiche Protagonist über Jahre eine Affäre mit einer Frau hat, die ihm zuwider ist; und außerhalb des Textes, wo ich, die Leserin, Zeugin dieser bizarren Konstellation werde – und durchaus Gefallen daran finde.

Nicht anders ist es in Silberfischchen, dieser befremdlichen Geschichte um zwei Gestalten, die sich am Rande der Gesellschaft bewegen, Menschen, denen die Literatur nur selten Gehör verleiht. Auch in ihrem zweiten Roman, Rechnung offen, der soeben im Berlin Verlag erschienen ist, widmet sich Inger-Maria Mahlke den kaputten Existenzen und erntet dafür großen Beifall seitens der Kritiker. Reizvoll an diesem Fokus auf das Marode ist, dass die Autorin ohne Erklärungen auskommt, ohne Wertungen und Interpretationen, keine übergeordnete Erzählinstanz ist spürbar. Sie bleibt in Silberfischchen ganz nah am Geschehen, nah an ihrem Protagonisten Hermann, an dem, was er wahrnimmt, denkt, sagt, fest in der Gegenwart mit Frau Potulski verankert. Das ist ein sehr reduziertes Erzählen, das sich in der präzisen Sprache, im nüchternen, unaufgeregten Stil von Mahlke widerspiegelt. Wirklich wohl fühle ich mich als Leserin zwar nicht in dieser Geschichte, und doch hat sie in ihrer Abseitigkeit eine gewisse Ästhetik.

Inger-Maria Mahlke: Silberfischchen. Aufbau, Berlin 2010, 199 Seiten.

29 Gedanken zu “Inger-Maria Mahlke: Silberfischchen

  1. An Peter Stamms „Sieben Jahre“ musste ich fast sofort denken, als ich deine Inhaltsbeschreibung von „Silberfischchen“ las, und fand diesen Gedanken dann sogleich von dir bestätigt…
    Doch es ist genau dieses „sich nicht wirklich wohl fühlen in der Geschichte“, was mich dann abhält, das Buch gut zu finden und in mir die Frage aufwirft, warum ich es lesen soll. (Ich spreche jetzt nur mal von meinen Erfahrungen mit Peter Stamm, aber es scheint mir bei Mahlke ähnlich zu sein.) Damit ich davon lese, dass Menschen manchmal seltsam sind? Dass sie grausam sein können oder egoitisch? Dafür brauche ich nicht davon zu lesen.
    Du schreibst von Ästhetik in der Abseitigkeit der Geschichte… vielleicht ist es ein Problem, dass nur ich mit solchen Geschichten habe, aber ich weiß einfach oft nichts mit ihnen anzufangen, obwohl ich gegen Abseitiges grundsätzlich nichts einzuwenden habe.
    Wie verhält es sich bei Mahlke denn genau mit der Sprache? Vermag sie den Leser zu fesseln, zu beeindrucken, vielleicht durch die vondir angesprochene Nüchternheit, oder zeugt sie von einer solchen Kühle wie bspw. bei Peter Stamm?
    Lieben Gruß und schönen Sonntag, laura

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    1. Ich kann deine Skepsis gut verstehen. Die Lektüre von Silberfischchen fand ich durchaus interessant, aber berührt – in welcher Form auch immer – hat sie mich nicht. Der erwähnte Roman von Peter Stamm hat mir wesentlich besser gefallen, seine Nüchternheit würde ich nicht unbedingt mit „Kühle“ gleichsetzen – oder anders: Ich würde sie nicht als negativ werten, mir hat sie in beiden Romanen sehr zugesagt.

      Manchmal mag ich diesen schmucklosen Stil, der eine gewisse Härte ausstrahlt. Genauso wie ich manchmal Geschichten mag, die eine gewisse Härte ausstrahlen. Natürlich ist es schön, wenn Geschichten einen berühren, wärmen, ermutigen, beeindrucken. Aber hin und wieder lese ich auch gerne über das Abseitige im Menschen, denn auch das macht uns aus. Immer nur in Geschichten mit Wohlfühlfaktor tauchen? Wie öde. Es kann sehr spannend sein, das Widerwärtige, das Langweilige, das Triste, das Grausame zu entdecken. Wenn es denn ästhetisch umgesetzt ist.

      Und das habe ich bei Mahlke so empfunden. Ich mag ihren trockenen, fast schon ’sterilen‘ Stil, ihre Detailversessenheit (womit ich keine ausführlichen und blumigen Beschreibungen meine, sondern die Tatsache, dass sie den Blick auf die unscheinbaren Dinge des Alltags richtet, auf kleine Bewegungen, Gesten, Gefühle). Das passt gut zu den Figuren und ihrer Geschichte.

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      1. Ich glaube, was ich in Büchern suche, ist das Besondere. Es geht mir gar nicht mal so sehr um Behaglichkeit, Sonne und Charaktere, mit denen ich mich identifizieren kann, sondern mehr um etwas, was mich wirklich packt, in mir neue Gedanken aufkeimen lässt, besondere Momente in jemandes Leben fokussiert. Ich nenne es mal aus Ermangelung eines besseren Wortes „das Besondere“.
        So etwas fehlt mir bei alltäglichen Beschreibungen von Beziehungen, in denen Menschen einander schlecht behandeln. Wenn das ganze wirklich ästhetisch umgesetzt wird, bspw. durch den Einsatz einer tollen Sprache oder anhand von interessanten Stilmitteln usw., ist das schon was anderes, weil dann darin u.U. das Besondere liegt.
        Den Blick auf die unscheinbaren Dinge des Alltags zu lenken (und sie zu etwas besonderem zu machen;)), schätze ich in Literatur sehr, daher liebe ich z.B. Wilhelm Genazino. Das spräche dann auf jeden Fall für Mahlke 😉

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      2. Liebe Laura,
        da geht es mir ganz genauso wie dir: Auch ich bin immer auf der Suche nach dem Besonderen. Das kann hin und wieder die Geschichte sein, noch wichtiger ist mir jedoch das Besondere in der Sprache.

        Bei Mahlke finde ich beides auf eine gewisse Art „besonders“, auch wenn ich mir noch nicht sicher bin, ob ich dieses „Besondere“ auch „schön“ finde (es wurde ja schon mehrmals gesagt, dass das Lebeerlebnis ein ambivalentes war).

        Die Geschichte fällt zweifelsohne aus dem Rahmen, etwas Vergleichbares ist mir bisher selten begegnet – insofern ist sie schon besonders, weil ungewöhnlich. Mahlkes Sprache zeichnet sich durch ihre Trockenheit, Knappheit und Präzision aus, auch dies – wie ich finde – reizvoll. Etwas Opulentes wäre hier fehl am Platz gewesen.

        Der Roman war also durchaus eine „besondere“ Lektüre, wenn man damit „ungewöhnlich“ meint. Insofern hat sie sich auf jeden Fall gelohnt. Ein Buch, das mich nachhaltig beeindruckt und mir lange im Gedächtnis bleibt, ist es jedoch nicht. Keines dieser Bücher, an das man auch nach Jahren noch erinnert und sich denkt: Was für eine Wucht!

        Sonnige Grüße!
        caterina

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  2. Ich habe mir das Buch im vergangenen Jahr gekauft, bin bisher aber noch nicht dazu gekommen, es auch zu lesen. Junge deutsche Schriftsteller reizen mich immer und das, was ich bisher von Inger-Maria Mahlke erfahren habe, klingt sehr reizvoll. Auch dein Vergleich mit Peter Stamm schreckt mich nicht ab, sondern verführt mich eher noch mehr dazu, möglichst bald zu dem Buch zu greifen. Du scheinst eher ein ambivalentes Leseerlebnis gehabt zu haben und dennoch sprechen mich deine Eindrücke an. Ich bin schon sehr gespannt auf meine eigene Lektüre. Ihren neuen Roman hast du aber noch nicht gelesen, oder? 🙂

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    1. „Ambivalent“ trifft es sehr genau. Interessant und lohnend war dieser literarische Ausflug allemal, richtig begeistert hat er mich allerdings nicht. Es gibt einen kleinen Widerstand in mir, was wohl mit diesem Gefühl der Abstoßung zu tun hat. Und trotzdem bin ich davon überzeugt – nach einem einzigen, noch dazu ambivalenten Leseerlebnis -, dass Mahlke eine talentierte Schriftstellerin ist, die sehr gut mit Sprache umgehen kann und etwas zu erzählen hat. Wenn auch die Silberfischchen nicht das in mir hervorgerufen haben, was ich mir von Büchern wünsche, so haben sie dennoch dafür gesorgt, dass ich auf die Autorin aufmerksam geworden bin und mehr von ihr lesen möchte. Rechnung offen steht daher bereits auf meiner Wunschliste, zumal ich bisher ausschließlich positive Stimmen dazu vernommen habe.

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  3. Liebe caterina,
    deine Rezension spricht mir aus dem Herzen. Vielen Dank für deine schön formulierten Gedanken zu „Silberfischchen“! Ich habe die Lektüre als abstoßend und anziehend empfunden. („Wer Zeuge davon werden möchte, wie sich Anziehung und Abstoßung anfühlen, wird hier nicht enttäuscht.“ – Für dich ein Zitat aus meiner Besprechung.) Der Roman ist zutiefst befremdlich und doch scheint die Geschichte nicht aus der Luft gegriffen. Genau das verwandelt sie am Ende in eine Art Gespenst, weil die Dinge, die in dem Roman geschehen sicherlich in anderer Form dort draußen schon vorgekommen sind.

    Es muss nicht immer kuschelig warm und sonnig in Büchern zugehen, daher habe ich diesen Roman – mit leicht schiefen Augen – bis zum Schluss ausgehalten. „Ausgehalten“ ist die richtige Beschreibung, denn von Genuss konnte keine Rede sein. Wirst du den neuen Roman von Inger-Maria Mahlke lesen?

    Ganz herzlich und einen schönen Wochenstart,
    Klappentexterin

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    1. Hach, da hatten wir offenbar dieselben Empfindungen und Gedanken, liebe Klappentexterin. Man liest diesen Roman gerne, ohne ihn zu mögen, man schaut wie ein Voyeur auf die Protagonisten, ohne es genießen zu können. Es bleibt ein bitterer Nachgeschmack zurück, aber manchmal hat man eben das Bedürfnis nach etwas Bitterem.
      Darum werde ich Rechnung offen auf jeden Fall lesen. Mahlke hat mit ihrem Debüt bewiesen, dass sie eine interessante Stimme hat. Und dass sie interessante Dinge zu sagen hat, mit denen sich wenige andere Autoren beschäftigen.

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  4. Tja … Silberfischchen sind halt keine Goldfischchen.
    Während die einen treu und zuverlässig hinter Glaswänden plantschen, huschen die anderen wie quecksilbrige Tränen über die vermeintlich sorgsam geschrubbten Böden unserer Existenz. Da hilft das „chen“ gar nichts. Im Gegenteil. Angetan zur Verniedlichung, dient das „chen“ bei Silberfischchen einzig zur Tarnung und Verdummung.
    Zudem empfinde ich das edle Glänzen dieser zurecht lichtscheuen Tierchen als falsch, arrogant und aufgesetzt. Eine rumänische Bettlerin trägt schließlich auch keine Haute Couture. Und nur damit nicht noch ein Missverständnis in die Welt gesetzt wird: Auch wenn ich Silberfischen nicht besonders mag, als schillernden Buchtitel finde ich sie gar nicht so schlecht …

    P.S.: Weil‘s irgendwie zum Thema passt eine Buchempfehlung: Anna Weidenholzer „Der Winter tut den Fischen gut“.

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      1. Weidenholzers Roman habe ich bereits zur Kenntnis genommen, nicht zuletzt durch die Nominierung für den Preis der Leipziger Buchmesse. Danke euch beiden für die Empfehlung.

        Und wo wir gerade bei „Fischtiteln“ sind: Da fällt mir noch Arezu Weitholz mit Mein lieber Fisch. Vierundvierzig Fischgedichte ein :). Leider noch nicht gelesen.

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      2. Ein wunderschönes Kinderbuch ist der Regenbogenfisch.
        Dann finde ich Nemo noch lieb
        und lachen musste ich über den Fisch namens Wanda.
        Aber wie du siehst liebe Caterina, die Literaturempfehlungen gehen mir langsam aus.

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      3. Auch mir fällt nichts mehr ein, vermutlich sind Fische zu still, um gute Romanfiguren abzugeben. Aber selbst meine Filmempfehlungen halten sich in Grenzen, einzig und allein Big Fish von Tim Burton kommt mir in den Sinn, und den habe ich noch nicht einmal gesehen. Lassen wir es gut sein mit den Fischen…

        (Erst jetzt fällt mir auf, dass meine beiden aktuellen Lektüren durchaus zum Thema passen: Eating Animals von Jonathan Safran Foer sowie (Achtung, Frauenunterhaltung! Jawoll, ich!) Zipfelklatscher um eine Chiemseer Fischerin.)

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      4. Gestern habe ich einen ziemlichen Verriss von Anna Weidenholzers Roman in der SZ gelesen. 😦 Bei den Fischtiteln kann ich nicht mithalten, da fällt mir nichts mehr zu ein.

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      5. Den Artikel in der SZ habe ich auch gelesen, liebe Mara. Ich hatte ohnehin nicht vor, mir das Buch demnächst zu kaufen, aber wenn es mir irgendwann zufällig in die Hände fällt, würde ich es nicht verschmähen ;).

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      6. Sieht so aus, als müsste ich meine Leseempfehlung nochmal dick unterstreichen.
        Ich muss aber auch eingestehen, dass mich mit Anna Weidenholzer etwas verbindet.
        Seit zirka sieben Jahren gibt es in Linz (Oberösterreich), nicht unweit von mir, eine monatliche Lesebühne.
        Dort habe ich Anna Weidenholzers Weg von Anfang an verfolgt und gerade, weil es so seltern und so schwierig ist, Erfolg zu haben,
        Ist es einfach wunderschön, das von Anfang an miterlebt zu haben.
        Abgesehen davon, möchte ich mit hoher Wahrschlichkeit behaupten, dass mir ihr Roman auch ohne diesen Hintergrund gefallen würde.
        Man muss sich auf diese Sprache einlassen. Ja! Aber man bekommt dafür auch etwas zurück.

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      7. Ja, so etwas ist natürlich immer schön – wenn man den Autor persönlich kennt oder wenn er zumindest aus derselben Stadt kommt und man ihn schon erlebt hat, als er noch ganz am Anfang war.
        Mich reizt das Buch nicht so sehr, dass ich mir gleich die gebundene Ausgabe kaufen würde, was aber nicht heißt, dass ich es nicht gerne lesen würde, sollte es doch in irgendeiner Form in meinen Händen landen (antiquarisch, geliehen, als Taschenbuch usw.). Die Sprache wird mir sicher gefallen (Mara hat – wenn ich mich nicht irre – in ihrer Rezension ein bisschen daraus zitiert), nur bei der Geschichte weiß ich noch nicht so recht. Mal schauen, ob mir das Buch irgendwo begegnen wird.

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    1. Deine Interpretation des titelgebenden Wortes „Silberfischchen“ finde ich sehr spannend, so genau habe ich mich gar nicht damit befasst – mit seiner Bedeutung, seiner Rolle in dem Roman. Gerade die Aussage, dass das silberne Glänzen etwas Falsches an sich hat, finde ich sehr treffend, denn falsch sind die Figuren dieses Romans allemal. Falsch, auf den eigenen Vorteil bedacht, wie Parasiten im Grunde. Ein wirklich guter Buchtitel, da gebe ich dir recht.

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  5. Mahlke hat mich beim letztjährigen Bachmann-Wettbewerb sehr beeindruckt. Ich glaubte, die Siegerin zu hören. Auch für diesen Text aus „Rechnung offen“ gilt, was Du, Caterina, so treffend über „Silberfischchen“ gesagt hast, „die Anziehungskraft liegt in ihrem abstoßenden Wesen“. Mahlke geht ganz dicht an ihre Figuren heran, oft bis zur Unerträglichkeit. Literatur, die ich nicht nicht immer lesen kann. Trotzdem steht sie auf meiner Leseliste.

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    1. Hast du Rechnung offen schon gelesen? Es sind ja bereits einige Rezensionen dazu erschienen, nur deshalb weiß ich, dass diesem Roman dasselbe Prinzip zugrunde liegt wie seinem Vorgänger. Mir gefällt dieses Vorgehen von Mahlke, auch wenn das Ergebnis nicht gerade angenehm ist. „Bis zur Unerträglichkeit“ schreibst du – so ist es: Es ist kaum oder gar nicht zu ertragen, man wird zuweilen wütend, ärgert sich über das Verhalten der Figuren. Und doch ist die Lektüre bereichernd. Was sicher auch mit Mahlkes stilistischer Sicherheit zu tun hat.

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    1. Ihren Auftritt in Klagenfurt habe ich leider nicht gesehen. Dafür gab’s vor ein paar Wochen ein Radiointerview samt Lesung, und was ich da gehört habe, hat mir gut gefallen.

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    1. Witzig, dass ich damals kommentiert habe:

      „Es reizt einen, wie ein Voyeurist in die abnorme Seele des Menschen zu glotzen, um die Beweggründe für sein widerliches und hasserfülltes Handeln zu begreifen. Aber nach deiner Besprechung ist mir klar geworden, dass ich das nicht will. Schön, wenn Bücher imstande sind, Gemütsregungen hervorzurufen, aber Wut und Unverständnis bei der Lektüre zu empfinden, ist ermüdend und kein wirkliches Vergnügen.“

      Nun habe ich es doch noch gelesen – und bereue es nicht.

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      1. Oh, du hattest ja kommentiert, hihi, daran hab ich mich gar nicht mehr erinnert. Überraschend, dass du dann doch noch zu dem Buch gegriffen hast! Ein bisschen ermüdend war es aber wirklich, oder?

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      2. Liegt daran, dass ich mal ein Praktikum bei Aufbau gemacht habe und zum Dank ein paar Bücher mitnehmen durfte. So viele hatten mich im damaligen Programm nicht interessiert, also kamen u.a. die Silberfischchen mit.

        Ermüdend vielleicht nicht unbedingt. Es ist ja ein recht knappes Buch mit einer einfachen Sprache, man ist schnell durch. Eher ernüchternd. Und abstoßend. Und manchmal ärgerlich – also doch irgendwie auch ermüdend ;).

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