Literarische Neuerscheinungen im Frühjahr 2013

Frühjahr 2013

Zum zweiten Mal schon (und ich denke, es ist an der Zeit, hier von einer Tradition zu sprechen) habe ich für euch, vor allem aber für mich selbst die Verlagsvorschauen nach literarischen Perlen durchforstet. Nachfolgend zwölf ausgewählte Frühjahrstitel (HC sowie PB): sehr unterschiedlich und doch alle auf ihre Weise reizvoll. Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass der Zürcher Verlag diaphanes nach W oder die Kindheitserinnerung und Ein Mann der schläft nun bereits den dritten Text des französischen Schriftstellers Georges Perec neuauflegt: Anton Voyls Fortgang, in dem kein einziges Mal der Buchstabe E vorkommt (auch in der deutschen Übersetzung von Eugen Helmlé nicht). Große Vorfreude kommt außerdem angesichts des neuen Romans von David Grossman auf, aber auch von Sergej Lebedew und Stephan Enter, die mir bisher kein Begriff waren, verspreche ich mir viel.

David Grossman: Aus der Zeit fallen.
Aus dem Hebräischen von Anne Birkenhauer, Hanser, München, 28. Januar 2013, 128 Seiten. 

Hiromi Kawakami: Bis nächstes Jahr im Frühling.
Aus dem Japanischen von Kimiko Nakayama-Ziegler und Ursula Gräfe, Hanser, München, 28. Januar 2013. 

Inger-Maria Mahlke: Rechnung offen.
Berlin Verlag, Berlin, 12. Februar 2013, 288 Seiten. 

Eva Menasse: Quasikristalle.
Kiepenheuer & Witsch, Köln, 14. Februar 2013, 432 Seiten. 

Sergej Lebedew: Der Himmel auf ihren Schultern.
Aus dem Russischen von Franziska Zwerg, S. Fischer, Frankfurt, 21. Februar 2013, 336 Seiten. 

Georges Perec, Anton Voyls Fortgang.
Aus dem Französischen von Eugen Helmlé, diaphanes, Zürich, 23. Februar 2013, 480 Seiten. 

Pyotr Magnus Nedov: Zuckerleben.
Dumont, Köln, 25. Februar 2013, 380 Seiten. 

Albertine Sarrazin: Astragalus.
Aus dem Französischen von Claudia Steinitz, Hanser Berlin, Berlin, 25. Februar 2013, 240 Seiten.

Thomas Martini: Der Clown ohne Ort.
Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt, 1. März 2013, 300 Seiten. 

Paola Predicatori: Der Regen in deinem Zimmer.
Aus dem Italienischen von Verena von Koskull, Aufbau, Berlin, 4. März 2013, 238 Seiten. 

Doris Knecht: Besser.
Rowohlt Berlin, Berlin, 8. März 2013, 288 Seiten. 

Stephan Enter: Im Griff.
Aus dem Niederländischen von Christiane Kuby, Berlin Verlag, Berlin, 12. März 2013, 224 Seiten. 

Und ihr so?

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13 Gedanken zu “Literarische Neuerscheinungen im Frühjahr 2013

  1. Liebe Caterina,
    du hast eine interessante Liste zusammengestellt, die sich in Grundzügen mit meiner Liste deckt. Ich kann mir nicht helfen, aber das diesjährige Frühjahrsprogramm finde ich doch irgendwie sehr reizvoll.
    Auf meiner Liste findet sich natürlich noch der neue Franzen, der diese Woche erscheinen soll. Ich freue mich auch sehr auf den Roman von Annika Scheffel, der auf meiner Wunschliste ganz oben steht.

    Liebe Grüße und viele wunderbare literarische Frühlingsentdeckungen!

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    1. Huch, den neuen Franzen habe ich übersehen, ist er in der Frühjahrsvorschau von Rowohlt? Vielleicht liegt’s daran, dass ich die Vorschauen zu eilig überfliege (es gibt so unendlich viele davon) und Essays dabei durchs Raster fallen, da sie (für mich) eben doch ein wenig hinter den Romanen zurückstehen. Aber ich habe schon des Öfteren gelesen, dass Franzens Essays ganz wunderbar sind, bin also gespannt auf deine Meinung zu den neuen.
      Annika Scheffel kenne ich noch nicht, ihren neuen Roman hatte ich mir aber auch notiert.

      Alles Liebe!

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  2. Liebe caterina,

    eine wundervolle Liste! Ich werde mich dieses Jahr nicht so sehr den Neuerscheinungen zuwenden, stehen bei mir doch sehr viele ungelesene Bücher, die nur auf mich warten.
    Aber ich kann ja dann hier nachlesen, wie Dir die einzelnen Bücher gefallen haben 😉

    Liebe Grüße

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    1. Liebe Vera,
      diese Listen erstelle ich im Grunde nur, um auf dem Laufenden bleiben – letztendlich lese ich ja doch nur ein Bruchteil dessen, was ich für interessant erachte. Im Herbst hatte ich mir gut 40 Titel notiert, gerade einmal sechs davon habe ich tatsächlich gelesen, weitere fünf stehen zumindest im Regal bereit. Gerade mal ein Viertel also.

      Mal sehen, was ich von der aktuellen Liste tatsächlich lesen werde. Denn auch ich habe noch unzählige ungelesene Bücher, die ich dringend lesen möchte. Noch dazu habe ich mir derzeit eine Art Lesestopp verhängt, da ich mit den Rezensionen arg hinterherhinke. Soll heißen: Ich lese aktuell nur Bücher, die ich garantiert nicht besprechen werde, all die richtig schönen müssen hingegen noch warten.

      Das nur als Warnung, falls du hoffst, von mir und meinem Blog über die aktuellen Neuerscheinungen informiert zu werden. 😉

      Liebe Grüße

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  3. Liebe Caterina

    Ich habe mich noch nicht richtig mit den Vorschauen befasst oder sagen wir mal, ich habe noch nicht wirklich Bücher entdeckt, die mich gleich anspringen. Bei mir liegen noch haufenweise Romane auf dem SuB. Klar, für jene, die nur Neuerscheinungen lesen, hinke ich dann natürlich hoffnungslos hinterher, aber ich mag nicht immer nur hinter neuen Büchern herhechten. Vielleicht gehe ich es dieses Jahr einmal gemächlicher an.

    Liebe Grüsse
    buechermaniac

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    1. Liebe buechermaniac,

      dein Kommentar spricht mir quasi aus dem Herzen, da ich im letzten Jahr sicherlich überwiegend Neuerscheinungen hintergehechelt bin und mich dann irgendwann damit nicht mehr wohlgefühlt habe. Dieses Jahr möchte ich nicht nur Neuerscheinungen lesen und vor allem nicht unter dem mit selbst auferlegten Druck, die neuesten Neuerscheinungen als erste lesen zu müssen. Ich schließe mich dir also an und lasse das Jahr auch etwas gemächlicher angehen. 🙂

      Liebe Grüße
      Mara

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    2. Liebe buechermaniac, liebe Mara,
      mir geht es im Grunde nicht anders als euch. Mein SuB wächst ins Unermessliche (an die 100 ungelesene Bücher dürften es mittlerweile sein, wobei ich annähernd die Hälfte sicher auch nicht mehr lesen werde).
      Die Verlagsvorschauen sehe ich dennoch durch: 1. weil es mir tatsächlich Spaß macht und ich jedes Mal wieder aufgeregt bin; 2. um auf dem Laufenden zu bleiben – was bei meiner Arbeit einfach hilfreich, teilweise auch notwendig ist.
      Kaufen oder gar lesen werde ich diese ganzen Sachen, die ich mir jedes Mal notiere, ohnehin nicht (meistens sind die tatsächlichen Anschaffungen ohnehin vollkommen spontan; z.B. habe ich in den letzten zwei Wochen je zwei Bücher von Foer und Krauss besorgt, außerdem Die Kunst des Feldspiels und Die undankbare Fremde von Bibliophilin bekommen und endlich, endlich Indigo von Clemens Setz gekauft, den ich kürzlich mal wieder auf einer Lesung erlebt habe – alles definitiv keine geplanten Neuzugänge in meiner Bibliothek, die völlig unverhältnismäßig wächst, wenn man mein Leseverhalten betrachtet).
      Worum es mir jedenfalls beim Durchschauen der Vorschauen geht, ist das Gefühl, informiert zu sein – keinesfalls geht es mir um das systematische Abarbeiten der Neuerscheinungen.

      Seid lieb gegrüßt,
      caterina

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      1. Du hattest das Glück, Clemens Setz auf einer Lesung zu erleben? Wow, ich beneide dich! „Indigo“ habe ich auch gekauft, ich konnte einfach nicht an dieser wunderschön gestalteten Ausgabe vorbeigehen und bin schon so gespannt auf die Lektüre. Ich habe schon viele Interviews mit Setz gelesen und er macht auf mich einen sehr intellektuellen, gebildeten und ruhigen Eindruck. Sympathisch. 🙂 Was hast du dir denn von Krauss gekauft? Ich mag sie sehr gerne, aber ihr neuestes Buch „Das große Haus“ war für mich eine große Enttäuschung.
        Bis auf den Franzen habe ich dieses Jahr noch kein neues Buch gelesen, sondern arbeite noch meine Stapel aus dem vergangenen Jahr ab und entdecke dabei, was ich eigentlich noch für Schätze und Literaturperlen in meinem Regal stehen habe.

        Liebe Grüße
        Mara

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      2. Oh ja, letzte Woche habe ich Herrn Setz gesehen (zum zweitens Mal übrigens – das ist das Gute an Frankfurt: Die Stadt hat kulturell viel zu bieten), und es genügt wohl zu sagen: Es war die beste Lesung, die ich jemals erlebt habe. Großartig, ein unheimlich kluger, belesener, fantasievoller, geistreicher und vor allem wahnsinnig lustiger Schriftsteller. Ganz große Klasse! (Die Bücherliebhaberin, die ebenfalls anwesend war, hat übrigens einen kleinen Lesungsbericht veröffentlicht.)

        Von Krauss habe ich mir sowohl Great House als auch den Erstling Man Walks into a Room gekauft. Bisher habe ich von ihr nur The History of Love gelesen, war jedoch unendlich begeistert (fast so sehr wie von den geistigen Ergüssen ihres Ehegatten).

        Ich habe bisher auch noch keine Neuerscheinungen gelesen. Genau genommen habe ich noch nichts gelesen, was annähernd in das Profil meines Blogs passt, da ich momentan ohnehin genug Bücher zu rezensieren habe. D.h. ich werde auch weiterhin nette Unterhaltungsliteratur konsumieren, bis alle zu rezensierenden Bücher abgearbeitet sind :).

        Liebe Grüße,
        caterina

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    1. Mariki im Kommentar-Marathon :).
      Bin sehr gespannt auf deine Meinungen zu Zuckerleben und den italienischen Titel (der mir vor einiger Zeit sehr ans Herz gelegt wurde, aber ich werde wohl versuchen, ihn im Original zu lesen).
      Ich selbst habe von der obigen Liste noch gar nichts gelesen, aber immerhin liegen Im Griff und Der Clown ohne Ort bereit…

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    1. Na dann viel Spaß bei der Lektüre. Bin gespannt auf deine Meinung – habe gerade eine etwas durchwachsene Besprechung im Spiegel gelesen, vielleicht sollte ich stattdessen mit dem viel gelobten Boxhagener Platz beginnen.

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