Literarische Neuerscheinungen im Herbst 2012

Hier eine kleine, aber – wie ich glaube – feine Zusammenstellung meiner persönlichen Highlights im kommenden Herbst. Es ist wohlgemerkt das erste Mal, dass ich mich systematisch durch die Programmvorschauen der Verlage gearbeitet habe, doch es hat sich gelohnt, die Ausbeute ist üppig. Um aber den Rahmen nicht zu sprengen, beschränke ich mich an dieser Stelle auf vierzehn Titel, Taschenbücher ausgenommen – eine vollkommen willkürliche Zahl, denn natürlich gibt es weitaus mehr Perlen zu entdecken (beispielsweise auch diese oder diese). Eine Überraschung für mich selbst: Immerhin zwei Erzählbände haben es auf die Liste geschafft, wo ich mich doch erfahrungsgemäß schwertue mit dieser Gattung. Ich bin gespannt.

Sibylle Berg: Vielen Dank für das Leben.
Hanser, München, 30. Juli 2012, 400 Seiten. 

Burkhard Spinnen: Nevena.
Schöffling & Co., Frankfurt, 8. August 2012, 384 Seiten. 

Marjana Gaponenko: Wer ist Martha?.
Suhrkamp, Berlin, 13. August 2012, 237 Seiten. 

Wolf Haas: Verteidigung der Missionarsstellung.
Hoffmann und Campe, Hamburg, 30. August 2012, 224 Seiten. 

Susanne Fritz: Kaltenherberg. Geschichten auf der Schwelle.
Klöpfer & Meyer, Tübingen, September 2012, 250 Seiten.

Daniela Chmelik: Walizka.
asphalt & anders, Hamburg, September 2012, 160 Seiten. 

Britta Boerdner: Was verborgen bleibt.
Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt, September 2012, 160 Seiten. 

Arezu Weitholz: Wenn die Nacht am stillsten ist.
Kunstmann, München, 5. September 2012, 224 Seiten. 

Lindita Arapi: Schlüsselmädchen.
Dittrich, Berlin, 5. September 2012, 240 Seiten. 

Jan Sprenger: Kirgistan gibt es nicht.
Rowohlt, Berlin, 7. September 2012, 240 Seiten. 

Stephan Thome: Fliehkräfte.
Suhrkamp, Berlin, 10. September 2012, 474 Seiten. 

Julia Schoch: Selbstporträt mit Bonaparte.
Piper, München, 10. September 2012, 144 Seiten. 

Asher Reich: Ein Mann mit einer Tür.
Aus dem Hebräischen von Ruth Achlama, S. Fischer, Frankfurt, 9. Oktober 2012, 288 Seiten. 

Ali Smitz: Es hätte mir genauso.
Aus dem Englischen von Silvia Morawetz, Luchterhand, München, 22. Oktober 2012, 448 Seiten. 

Und ihr? Habt ihr euch schon mit dem Herbstprogramm befasst? Und falls ja, welche Entdeckungen habt ihr gemacht?

Postskriptum: Das Bild oben ist durch Anklicken vergrößerbar.

12 Gedanken zu “Literarische Neuerscheinungen im Herbst 2012

    1. Haha, mit Sicherheit! Ich bin froh, wenn ich zwei oder drei davon lese, allein schon aus finanzieller Sicht. Mal abgesehen davon, dass ich an die hundert ungelesene Bücher zu Hause stehen habe, es gibt also eigentlich keinen Grund, mir neue Bücher zuzulegen, was ich natürlich trotzdem ständig tue – aus dem einzigen wichtigen Grund: haben wollen! Du kennst das sicherlich… Ja, lass uns unbedingt zirkeln. Aber nur, wenn ich meine ungelesenen Bücher abarbeiten darf 🙂

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  1. … Eine Fleißaufgabe 😉 und alle Achtung – nun ist es an mir dies durchzusehen …

    Neugierig auf …
    Arezu Weitholz: Wenn die Nacht am stillsten ist
    … denn ihre Fischgedichte liegen nebenan, hier sehe / lese ich zwischendurch gerne hinein.

    Erlesene Grüße
    Heidrun

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  2. Listen! Ich mag Listen. Besten Dank für den kleinen Einblick ins Herbstprogramm diverser Verlage. Außer Wolf Haas und Sybille Berg sagen mir die anderen Namen erst einmal nichts, da werde ich mal Deinen Links folgen. Persönlich habe ich mir noch keine großen Gedanken gemacht, wie der Bücherherbst aussehen wird. Vom Matthes & Seitz Verlag bekomme ich den Newsletter und somit bin ich da sehr gut über Neuerscheinungen informiert und habe auch ein paar Bücher ins Auge (u.a. „Rue des Maléfices, Straße der Verwünschungen: Die geheime Chronik einer Stadt“) gefasst, privat und fürs Studium.

    Ansonsten habe ich ebenso wie Du noch viele ungelesene Bücher im Regal und außerdem eine lange Liste mit älteren Büchern, die es in der Bibliothek gibt (und die ich teilweise schon ausgeliehen habe). In dem Fall hat sich mein Problem mit dem Budget auch erledigt.

    Viele Grüße!

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    1. Ich kannte auch kaum Namen. Von Sibylle Berg habe ich ja vorher Der Mann schläft gelesen, von Stephan Thome Grenzgang. Wolf Haas war mir vom Hörensagen bekannt, konnte ich aber mit nichts verbinden. Nun habe ich mir erst einmal Das Wetter vor 15 Jahren gekauft, das mir wärmstens empfohlen wurde. Sozusagen als Einstimmung. Alle anderen sind auch mir erst mit diesen Herbsttiteln aufgefallen.

      Matthes & Seitz hatte ich auch durchgeschaut, aber nichts im Einzelnen herausgesucht. Den Titel, den du erwähnst, werde ich mir nun aber nochmal genauer anschauen.

      Grüße zurück und schöne Sommerlektüren!

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  3. Ich schließe mich wortlandschaften an, auch ich mag Listen. Liebe Listen. Habe schon ein mehrseitiges Worddokument mit potentiell intetessanten Neuerscheinungen im Herbst angelegt.

    Neben den von dir genannten Titel interessiert mich auch sehr das neue Buch von Eva Lohmann (vor ein paar Tagen „sprachen“ wir bereits darüber bei Facebook). Ich habe mir das Taschenbuch von ihr gekauft, wo sich eine kleine Leseprobe zum „Kuckucksmädchen“ drin befindet. Und was soll ich sagen? Ich bin verliebt, in die ersten Seiten, den Titel. Ich kann es kaum noch abwarten bis September …

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  4. Ja, Listen sind etwas Tolles. Wie sehr ich sie mag, sieht man ja meinem „Selbstporträt“ an 🙂

    Und ein Worddokument habe ich auch gleich eingerichtet. Zwei sogar, eine speziell für Übersetzungen aus dem Italienischen.

    Eva Lohmann habe ich gerade angefangen zu lesen, die Besprechung folgt aber natürlich erst im September. Bis dahin wünsche ich dir schöne Lesestunden mit Acht Wochen verrückt, ein ganz reizendes Buch, wie ich ja schon an anderer Stelle schrieb.

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  5. Von deiner Liste kenne ich gerade einmal Sibylle Berg, die anderen Autoren sind mit gänzlich unbekannt. Die Titel klingen sehr interessant und machen neugierig, was sich dahinter versteckt. Im Herbst freue ich mich auf einen weiteren Roman von Irène Némirovsky „Süsse Einsamkeit“ und dann werde ich Julya Rabinowich mit „Die Erdfresserin“ entdecken und mich wieder einmal Robert Louis Stevenson nähern mit „Die Ebbe“. Und sonst liegen noch haufenweise Bücher auf dem Stapel, die alle gerne gelesen werden wollen. Dazu müsste ich allerdings meinen Job kündigen, damit ich mehr Zeit zur Verfügung habe ;).

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    1. Rabinowichs Erdfresserin habe ich mir auch schon notiert, sowohl den Spaltkopf als auch die Herznovelle hatte ich damals gelesen, und auch wenn mich zumindest letztere nur bedingt überzeugt hat, ist die Autorin auf jeden Fall spannend und es lohnt sich, sie im Auge zu behalten.
      Stevenson? Löblich. Klassiker sind, wie man sieht, gänzlich ausgeschlossen von meiner Liste. Das Einzige, was mich in dieser Richtung unter den Neuerscheinungen interessiert, sind ein paar neue Ausgaben von Italo Calvino (unter anderem Wenn ein Reisender…)… und und und 🙂

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  6. Liebe caterina,

    obwohl ich selbst keine führe, mag ich Listen, vor allem, wenn sie so schön sind wie deine hier. Hab vielen Dank dafür! Sie ist wie eine bunte Patchworkdecke, die ich immer wieder betrachten möchte.

    Einige Titel habe ich entdeckt, die mich ebenfalls interessieren. Dazu zählen u.a. „Wenn die Nacht am stillsten ist“ und der neue Roman von Wolf Haas. Ein Autor, von dem ich bislang noch nichts kenne, der mir aber sehr empfohlen worden ist. Sibylle Berg konnte mich hingegen gar nicht locken. Die Leseprobe empfand ich als zu kühl. Und wie du ja weißt, mag ich es am liebsten warm. : )

    Also, viel Spaß beim Lesen und DabeiGlücklichsein,

    Klappentexterin

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    1. Liebe Klappentexterin,
      danke für deine Worte, „Patchworkdecke“ trifft es ganz gut, wenn man das Bild oben betrachtet. Ich frage mich, ob tatsächlich so viele Cover in Blau-Grün-Grau-Tönen gestaltet werden, wie meine Zusammenstellung vermuten lässt, oder ob mir vor allem diese Cover positiv auffallen, weil das meine liebsten Farben sind 😉

      Wolf Haas kannte ich auch noch nicht, aber der Vorschautext hat mich wahnsinnig neugierig gemacht, und dann wurden mir auch seine älteren Werke empfohlen, mittlerweile liegt Das Wetter vor 15 Jahren auf meinem Nachttisch.

      Die Leseprobe zu Sibylle Berg habe ich ehrlich gesagt nicht gelesen, vielleicht aus Angst, sie könnte mich enttäuschen. Ich fand ihren Roman Der Mann schläft einfach so umwerfend, so außergewöhnlich, dass ich um ihr neues Werk nicht herumkomme, wohl in der Hoffnung, etwas Ähnliches noch einmal zu lesen. Aber es stimmt schon: Wer wie du die „warmen“, Geschichten mag, diejenigen, die wohlige Stimmungen erzeugen, könnte Gefahr laufen, mit Frau Bergs Stil nicht zurechtzukommen. Der Mann schläft ebenso wie ihre Kolumnen und sonstigen Zuwortmeldungen strotzen nur so vor Zynismus. Das macht (zumindest mir) ungeheuren Spaß und liest sich auch noch wundervoll, aber diesen Wohlfühlfaktor hat es mitnichten.

      Dir ebenfalls viel Spaß bei der Entdeckung der Herbsttitel.
      Herzlich,
      caterina

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