Acht Betrachtungen II

Gorschlüter & Hückstädt - Acht Betrachtungen (c)

8 Autoren, 8 Kunstwerke

Frankfurt ist reich an erstklassigen Literaturorten und literarischen Happenings, es gibt Tage, da weiß ich vor lauter Auswahl gar nicht, wohin, und bleib stattdessen daheim auf dem Sofa, auch das quasi ein Ort der Literatur. Meistens gehe ich aber doch raus und gucke mir all die schönen Sachen an, die hier passieren: Eine der schönsten ist die Reihe »Acht Betrachtungen«, eine Kooperation des hiesigen Literaturhauses und des Museums für Moderne Kunst, die 2013 Premiere feierte und dieses Jahr in die zweite Runde gegangen ist. Acht Autoren schreiben über je ein Kunstwerk: Die Texte werden bei vier Doppellesungen im Museum und einer Abschlussveranstaltung im Literaturhaus präsentiert, eine liebevoll gestaltete Anthologie gibt’s obendrauf.

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Im Gespräch mit Martin Lechner

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»Literatur kann bewirken, dass die Dinge, die man kennt,
ins Unbekannte abschwenken.«

In der Reihe »SeitenBlicke« führe ich in unregelmäßigen Abständen Gespräche mit Literaturschaffenden aller Art – Autoren, Verlegern, Buchhändlern, Veranstaltern, Bloggern und anderen enthusiastischen Büchermenschen. Wir unterhalten uns über ihre Werdegänge, über das Lesen und Schreiben im Zeitalter der Digitalisierung und darüber, was Literatur kann und möglicherweise sogar muss. Heute kommt der Autor Martin Lechner zu Wort, der zuletzt den Erzählband Nach fünfhundertzwanzig Weltmeertagen im Residenz Verlag veröffentlicht hat. Alle bisherigen Gespräche dieser Reihe können hier nachgelesen werden.

lechner© Katja Boldt

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#netzrundschau 06/2016

#tddl16

Klagenfurt allerorten! Gefühlt meine komplette Timelime befindet sich derzeit am Wörthersee bei den 40. Tagen der deutschsprachigen Literatur, nur ich nicht. Ich gucke nicht einmal aus der Ferne zu und gelesen habe ich bislang auch noch nichts, mit Ausnahme natürlich von Twitter, was ja sowieso immer viel unterhaltsamer ist als die Beiträge selbst. Dabei können sich die Autoren, die beim diesjährigen Wettlesen um den Ingeborg-Bachmann-Preis antreten, wirklich sehen lassen – auf meiner Leseliste stehen bereits die Debüts von Isabelle Lehn, Sascha Macht und Jan Snela, die allesamt 2016 erschienen sind bzw. noch erscheinen. Eine intensivere Auseinandersetzung mit den TDDL findet zum Beispiel im Magazin tell statt, wo Samuel Hamen anhand der Videoporträts der Autoren launige Prognosen über ihre Performances und die anschließenden Jurydiskussionen wagt.

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Xaver Bayer: Geheimnisvolles Knistern aus dem Zauberreich

Bayer - Geheimnisvolles Knisterm (c)

»Die Wirklichkeit wird immer unglaubwürdiger, merkwürdiger auf jeden Fall.«

Erst neulich habe ich ein Buch gelesen, das in jeder Hinsicht erstaunlich war: Nach fünfhundertzwanzig Weltmeertagen von Martin Lechner, dreiundsechzig Kurz- und Kürzestgeschichten irgendwo zwischen zärtlich, komisch und exzentrisch. Ein paar Wochen später kommt mir erneut ein Werk unter, das sich nicht um Konventionen schert, angefangen bei der Gattung. Xaver Bayers Geheimnisvolles Knistern aus dem Zauberreich, vor zwei Jahren im Salzburger Jung und Jung Verlag erschienen, ist weder Roman noch Erzählband, es ist genau das, was der Titel ankündigt: ein geheimnisvolles, knisterndes, zauberhaftes Buch.

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Vera Buck: Runa

Vera Buck - Runa (c)

»Es ging nicht mehr allein darum, die Irren zu verwahren.
Es ging um Wissenschaft.«

In der Pariser Nervenheilanstalt Salpêtrière habe ich mich schon einmal aufgehalten, vor drei Jahren war das. Die Autorin Katharina Hartwell hat mich in ihrem berückenden Roman Das fremde Meer dorthin mitgenommen: ein gespenstischer Ort, der ein diffuses Gefühl der Bedrohung aufkommen ließ. Ganz und gar nicht diffus, sondern ziemlich handfest ist dieses Gefühl nun bei der Lektüre von Vera Bucks Debüt Runa, im vergangenen Herbst bei Limes erschienen. Während die Salpêtrière bei Hartwell nur ein Nebenschauplatz war, steht sie hier im Zentrum des Geschehens, über sechshundert Seiten irren wir durch ihre Korridore und ihre grausige Vergangenheit.

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#netzrundschau 05/2016

# blogger relations

Literaturblogger sind enthusiastische und umtriebige Menschen, deshalb ist auch in diesem Monat wieder allerhand passiert. So haben eine Handvoll von ihnen den Suhrkamp Verlag besucht und einen umfassenden Einblick ins Büchermachen erhalten – schöne Nachlesen gibt es bei Buzzaldrins Bücher, Muromez, lustauflesen.de, glasperlenspiel13 und Kaffeehaussitzer. Was die Verlage an Bloggern schätzen und wie sie die Arbeit mit ihnen gestalten, das erklären im buchreport die Verantwortlichen von Kiepenheuer & Witsch, DuMont, Bastei Lübbe und Egmont, die kommenden Samstag zur LitBlog Convention in Köln einladen. »Das sind im positiven Sinn Literaturverrückte«, sagt etwa Ulrike Meier von KiWi. »Sie stehen auch untereinander in regem Austausch, und ich bin beeindruckt, wie kenntnisreich, intelligent und ausführlich sie über unsere literarischen Titel und Autoren berichten und diskutieren.«

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Literarische Neuerscheinungen im Herbst 2016

herbst2016

Der Sommer lässt noch auf sich warten, in den vergangenen Tagen und Wochen regnete und stürmte es wie verrückt. Unter diesen Umständen kann man ruhigen Gewissens in den Verlagskatalogen für den Herbst blättern, zumal die neue Büchersaison ohnehin bereits Ende Juni beginnt. Und die hat es in sich: Allein die Tatsache, dass endlich wieder ein Roman des einzigartigen Jonathan Safran Foer erscheint, ist ein Grund zum Feiern. Aber auch sonst gibt es manch verheißungsvollen Titel, darunter – eine Premiere in dieser Rubrik – eine Handvoll Sachbücher. Hier sind sie also, meine Favoriten:

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