Eva Lohmann: Acht Wochen verrückt

Anatomie einer verrückten Seele

Letztes Jahr las ich das 2009 erschienene Mängelexemplar von Sarah Kuttner – ein Werk, dem ich gewiss keine Aufmerksamkeit hätte zukommen lassen, wäre es mir nicht geschenkt worden. Umso überraschender war dann die positive Leseerfahrung, die mir das Buch bescherte: Sicher, Sarah Kuttners Romane sind keine Hochliteratur, sie schreibt in etwa so, wie sie spricht – plappernd, salopp, «leichtfüßig», wie mara es nannte. Doch obgleich ich in der Belletristik nicht selten den Worten eine größere Bedeutung beimesse als der erzählten Geschichte, störte mich Kuttners Redefluss keineswegs, sondern empfand ihn eher als nonchalant. Ungekünstelt, nah am Leben, nah an meiner Generation. Ebenso wie die Problematik, die in Mängelexemplar auf sehr authentische Weise thematisiert wird: Depressionen. Den Rest des Beitrags lesen »